ORF-Beitrag 2027: Neue Grenzen – wann du ihn NICHT zahlen musst
Rund um den ORF-Beitrag hat es in den vergangenen Tagen und Wochen vermehrt Diskussionen und Berichte gegeben. Erst sollte sie erhöht werden, nun gänzlich wegfallen. Wie dir das "egal" sein kann, erfährst du hier bei uns.
Bis zu 240 Euro im Jahr zahlen Österreichs Haushalte für die ORF-Gebühr. Und in den vergangenen Wochen hieß es einmal, dass sie schon früher als geplant erhöht werden sollte, dann wiederum hieß es, dass so mancher politischer Entscheidungsträger die Gebühr gerne gänzlich streichen würde. Derzeit findet ein zweitägiges „Zukunftsforum“ zur Reform des ORF statt. Was dabei rauskommen wird? Unklar. Klar ist jedenfalls, dass die Befreiungsgrenze im kommenden Jahr nach oben geschraubt wird. Dabei werden wohl einige Österreicher mehr eine Befreiung von der ORF-Gebühr erreichen können.
Befreiungsgrenze von ORF-Beitrag orientiert sich an Ausgleichszulage
Wie man seitens des zuständigen ORF-Beitrags Service (OBS) gegenüber 5 Minuten erklärt, werden die für eine Befreiung maßgeblichen Einkommensrichtsätze nämlich jährlich angepasst. „Sie orientieren sich an den Ausgleichszulagen-Richtsätzen und liegen um zwölf Prozent über diesen Werten“, heißt es weiter. Die Werte würden aktuell allerdings noch nicht vorliegen. „Erst wenn diese verlautbart werden, können wir die Richtsätze entsprechend anpassen“, so der OBS.
So könnte die Befreiungsgrenze beim ORF-Beitrag 2027 ansteigen
Nachdem die Regierung allerdings schon vor Monaten bekanntgegeben hat, dass die Ausgleichszulage im kommenden Jahr um 3,3 Prozent steigen wird, kann man mit einer kurzen Berechnung auch den wohl ungefähren Wert für die Befreiung im kommenden Jahr errechnen. Die Ausgleichszulage steigt für Einzelpersonen nämlich auf 1.351,57 Euro brutto an. Aktuell wird für die Befreiung für einen Ein-Personen-Haushalt eine monatliche Netto-Grenze bei 1.465,40 Euro gesetzt – und damit eben genau zwölf Prozent über der aktuellen Brutto-Ausgleichszulage. Rechnet man nun auf jene 1.351,57 Euro zwölf Prozent rauf, könnte die Befreiungsgrenze vom ORF-Beitrag im kommenden Jahr bei in etwa 1.513 Euro netto im Monat liegen. Bei einem Zwei-Personen-Haushalt könnte die Netto-Einkommensgrenze für eine Befreiung ab 1. Jänner 2027 bei knapp 2.388 Euro liegen. Sollte man knapp über der Grenze liegen, kann man dennoch versuchen, sich befreien zu lassen. Es gibt nämlich mögliche Abzüge für Miete, Eigenheim, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen.
Musst du den ORF-Beitrag bezahlen?
Was es für die Befreiung vom ORF-Beitrag braucht
Zusätzlich zur Einkommensgrenze braucht es aber jedenfalls noch eine gesetzlich anerkannte Anspruchsgrundlage. Dazu zählt unter anderem der Bezug einer Pension oder der Bezug von Pflegegeld. In der folgenden Infobox haben wir für euch die benötigten Anspruchsgrundlagen aufgelistet.
Was es braucht, um sich vom ORF-Beitrag befreien zu können:
- arbeitslos
- gehörlos oder schwer hörbehindert
- Beihilfe zum Kinderbetreuungsgeld
- Lehrling
- Leistung aus sonstigen öffentlichen Mitteln (soziale Hilfsbedürftigkeit)
- Mindestsicherung (ehemalige Sozialhilfe)
- Pension
- Pflegegeld
- Studien-/Schülerbeihilfe
2027 haben wohl mehr Menschen Anspruch auf Befreiung
Dass im kommenden Jahr, sollte die Berechnung der Einkommensgrenzen gleich bleiben, mehr Personen von einer Befreiung profitieren könnten, zeigt eine exklusive 5 Minuten-Anfrage bei der PVA: 2.500 Pensionisten werden von Ausgleichszulage überholt – was jetzt passiert. Da die Ausgleichszulage nämlich stärker steigt als die sonstigen Pensionen – und bestimmt auch als die meisten Gehälter – dürfte auch die Grundlage für eine Befreiung stärker steigen – und dementsprechend einige Österreicher quasi „einholen“.
Zahl der Anträge für eine Befreiung im Jahresvergleich gestiegen
Dieses Jahr wollten sich schon in den ersten Monaten zehntausende Österreicher befreien lassen. Immerhin 96.000 ist das zwischen Jänner und Juli 2026 auch gelungen, was einem Anteil von knapp 80 Prozent aller Anträge entspricht, wie man seitens des OBS gegenüber 5 Minuten Mitte August erklärt hat. Die Zahl der Anträge ist dabei um zwölf Prozent angestiegen. Alles dazu könnt ihr auch hier nachlesen: ORF-Beitrag: 120.000 wollen nicht zahlen und tun etwas dafür. Ob du anspruchsberechtigt für eine Befreiung bist, kannst du auch mit Hilfe des Befreiungs-Rechners hier online ausrechnen lassen. Hier findest du auch das Antragsformular für die Gebührenbefreiung.