A2 bei Villach weiterhin gesperrt: Feuerwehr muss Rinderhäute entladen
Kurz vor dem Start der Harleyparade wurde die Hauptfeuerwache Villach heute gegen 12 Uhr gemeinsam mit der FF Gödersdorf und der FF Drobollach zu einem schweren LKW-Unfall auf die A2 Südautobahn Villach-Warmbad alarmiert.
Aus bisher unbekannter Ursache kam ein LKW-Sattelzug auf der Richtungsfahrbahn Italien von der Fahrbahn ab, durchschlug die Mittelleitschiene und schlitterte rund 30 Meter weiter. Anschließend kam das Schwerfahrzeug auf der Richtungsfahrbahn Wien zum Liegen, wir haben berichtet.
Lenker war eingeschlossen
„Beim Eintreffen unseres Rüstzuges war der Lenker noch im Führerhaus eingeschlossen, glücklicherweise aber ansprechbar. Die ersten Einsatzkräfte konnten den Mann rasch aus dem Fahrzeug befreien. Anschließend wurde er durch unseren Feuerwehrsanitäter erstversorgt und mit Verletzungen unbestimmten Grades vom Roten Kreuz ins Klinikum Villach eingeliefert“, berichtet Einsatzleiter OBI Martin Regenfelder, Kommandant-Stellvertreter der Hauptfeuerwache Villach.
Dieseltank aufgerissen
Durch die massive Beschädigung des Sattelzuges wurde auch der Dieseltank aufgerissen. Eine größere Menge Dieselkraftstoff sowie weitere Betriebsmittel traten aus und gelangten in den Bereich des Erdreichs am Mittelstreifen der Autobahn. Parallel zur Menschenrettung errichteten die Feuerwehrkräfte umgehend einen Brandschutz und sicherten die Unfallstelle ab. Ausgetretene Betriebsmittel wurden soweit möglich gebunden und eine weitere Ausbreitung verhindert. Die ebenfalls alarmierten Feuerwehren Gödersdorf und Drobollach unterstützten die Maßnahmen.
Mögliche Umweltgefährdung
Aufgrund der ausgelaufenen Betriebsstoffe wurde zusätzlich der Chemiebereitschaftsdienst der Kärntner Landesregierung zur Einsatzstelle beordert. Welche weiteren Maßnahmen zur Vermeidung einer möglichen Umweltgefährdung durch den ausgetretenen Dieselkraftstoff erforderlich sind, wird derzeit durch den Landeschemiker beurteilt. Die Bergung des schwer beschädigten Sattelzuges gestaltet sich aufwändig. Für das Aufrichten des Fahrzeuges durch ein privates Bergeunternehmen muss zunächst die Ladung teilweise aus dem Kühlsattelauflieger entfernt werden. Dabei handelt es sich um frische Rinderhäute, die von den Feuerwehrkräften derzeit, teilweise händisch und angezogenen mit Einwegschutzanzügen, entladen werden müssen.
Dauer der Sperre ist nicht absehbar
„Erst wenn die Ladung entsprechend entfernt ist, kann das Bergeunternehmen mit der eigentlichen Bergung und dem Aufrichten des Sattelzuges beginnen. „Wie lange diese Arbeiten noch dauern werden, lässt sich derzeit noch nicht genau abschätzen“, so OBI Regenfelder. Stand 18:00 Uhr steht die Hauptfeuerwache Villach weiterhin mit sechs Fahrzeugen und 25 Einsatzkräften gemeinsam mit der FF Gödersdorf auf der Autobahn im Einsatz. Die Richtungsfahrbahn Wien ist derzeit aufgrund der umfangreichen Unfall- und Bergungsarbeiten total gesperrt. Verkehrsteilnehmer müssen mit erheblichen Verzögerungen rechnen. Die Dauer der Sperre ist derzeit noch nicht absehbar. Der Einsatz ist weiterhin im Gange.
Update 20.15 Uhr:
Die Feuerwehreinsatzkräfte sind gegen 19.30 Uhr eingerückt. Da war die Bergung noch nicht ganz abgeschlossen, demnächst sollte aber laut Schätzung die Sperre der Autobahn aufgehoben werden.
Bergungs- und Aufräumarbeiten dauerten bis 21.10 Uhr an
Wie Polizei in einer Aussendung berichtet, dauerten die Arbeiten der Einsatzkräfte bis 21.10 Uhr an. Im Einsatz standen: Mitarbeiter der ASFINAG, zwei Streifen der Autobahnpolizei Villach, ein RTW und ein NEF des Roten Kreuzes, HFW Villach mit 23 Einsatzkräften, FF Drobollach mit 10 Einsatzkräften, FF Gödersdorf mit 10 Einsatzkräften und ein Landeschemiker.