„Könnte auch in Innenräume gelangt sein!“ : Asbest vor etlichen Kindergärten gemeldet
Alarm wegen Asbestbelastung im Osten des Landes: Anrainer stießen in Schotter, Asphalt und Streusplitt auf den Schadstoff. Greenpeace fordert jetzt vom Bildungsministerium und den Behörden ein sofortiges Handeln.
Nach zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung warnt Greenpeace vor Asbest im Umfeld von Schulen und Kindergärten. Betroffen sind 22 Standorte – davon 19 im Burgenland, zwei in der Steiermark und einer in Niederösterreich. Da der Schadstoff teils offen in Schotter, Asphalt oder Dekorationssteinen liegt, fordert die Umweltschutzorganisation vom Bildungsministerium und den Landesschulbehörden ein rasches Eingreifen.
Greenpeace: „Nur die Spitze des Eisbergs“
Stefan Stadler, Sprecher des Investigativ-Teams dazu: „Die 22 gemeldeten asbestbelasteten Flächen bei Schulen und Kindergärten bilden die Spitze des Eisberges. Von freiliegenden Asbest-Mineralien geht ein sehr hohes Gesundheitsrisiko vor allem für Kinder und Jugendliche aus. Asbest hat vor Schulen und Kindergärten gar nichts verloren. Die gemeldeten Standorte müssen schnellstmöglich überprüft und gesichert werden. Asbestfasern können auch in die Innenräume gelangt sein, hier muss dringend ebenfalls getestet und regelmäßig umfassend gereinigt werden, um die Belastung zu minimieren.”
Einatmen von Fasern ist extrem gefährlich
Das Einatmen von Asbestfasern ist extrem gefährlich und kann selbst nach Jahrzehnten schwere Erkrankungen wie Lungen-, Kehlkopf- oder Rippenfellkrebs (Mesotheliom) sowie Asbestose verursachen. Bereits geringe Erschütterungen – etwa durch überfahrenden Schotter oder kletternde Kinder auf Belastungssteinen – reichen aus, um die Fasern freizusetzen. Über die Luft oder an Schuhsohlen können die Partikel leicht ins Innere von Schulgebäuden gelangen. Bei Greenpeace haben sich bereits Anwohner gemeldet, die über eine hohe Asbestbelastung in ihren Wohnräumen berichten.
Funde sollen per Formular direkt gemeldet werden
Seit Anfang Juli 2026 bietet Greenpeace ein Online-Formular an, über das Asbestfunde direkt gemeldet werden können. Nach eingehender Prüfung fließen die Daten in eine Übersichtskarte ein, die mittlerweile 531 Standorte in Österreich und Ungarn umfasst. Innerhalb Österreichs zeichnet sich ein deutlicher Schwerpunkt im Burgenland mit 94 gemeldeten Flächen ab, gefolgt von Wien (54), Niederösterreich (27) und der Steiermark (14).