Pensionsalter steigt, Arbeitslosigkeit auch: „Müssen wir dringend ändern“
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit im September 2026 um einen Prozent angestiegen - rund 6.000 Menschen mehr sind in Österreich von Arbeitslosigkeit betroffen. Besonders hart trifft es dabei Frauen.
Während die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich bei Männern um 0,6 Prozent zurückgeht, ist sie bei Frauen um sechs Prozent angestiegen. Besonders lang ohne Beschäftigung sind vor allem ältere Arbeitssuchende. Ein Warnsignal für Seniorenbundpräsidentin Ingrid Korosec: „Wir sehen, dass gleichzeitig mit dem Anstieg des Frauenpensionsalters die Chancen älterer Frauen am Arbeitsmarkt sinken. Das müssen wir dringend ändern und vom ‚Berichts-Modus‘ zum ‚Tun-Modus‘ übergehen.“ Warum das Frauenpensionsalter steigt und wie sich das konkret darstellt, könnt ihr hier nachlesen: Pensionsalter: Wieso Österreicherinnen immer länger arbeiten müssen.
„Altersdiskriminierung dürfen wir nicht hinnehmen“
Besonders kritisch sei für sie, dass Frauen ab 55 Jahren zunehmend bei Bewerbungen aussortiert werden würden. „Altersdiskriminierung im Bewerbungsprozess dürfen wir als Gesellschaft nicht hinnehmen“, meint Korosec, die daher einen klaren Schwerpunkt auf ältere Frauen fordert: „Wir brauchen altersgerechte Arbeitsplätze, flexible Arbeitszeitmodelle, gezielte Weiterbildung und bessere Unterstützung beim Wiedereinstieg. Unternehmen und Arbeitsmarktpolitik müssen sicherstellen, dass Frauen nicht kurz vor dem Pensionsantritt aus dem Erwerbsleben gedrängt werden.“
„Wenn Frauen länger arbeiten müssen, muss…“
Sie fordert vor allem Unternehmen auf, Erfahrung stärker wertzuschätzen. Immerhin würden ältere Arbeitnehmer Fachwissen, Verlässlichkeit und Lebenserfahrung mitbringen. „Abgesehen von der gesellschaftspolitischen Bedeutung kann es sich Österreich angesichts des Arbeits- und Fachkräftemangels nicht leisten, dieses Potential ungenutzt zu lassen.“ Abschließend meint Korosec noch: „Wenn Frauen länger arbeiten müssen, muss man ihnen auch länger Arbeit geben.“