EU-Haftbefehl wegen Menschenhandels: Überraschende Festnahme in Wels
Bei einer Kontrolle in Wels (Oberösterreich) stießen Polizisten auf eine international gesuchte 35-Jährige. Gegen die Frau lag ein europäischer Haftbefehl wegen Menschenhandels in Frankreich vor.
Am Donnerstag, 1. Oktober, führte eine Polizeistreife in Wels im Rahmen der Schulwegsicherung Kontrollen durch. Gegen 8.05 Uhr fiel den Beamten auf der Salzburger Straße ein schwarzer Wagen mit französischem Kennzeichen auf. Nach kurzer Nachfahrt wurde das Fahrzeug angehalten und kontrolliert. Im Wagen befanden sich insgesamt sechs Personen: der 33-jährige Lenker, ein 21-jähriger Beifahrer, drei Minderjährige im Alter von vier, acht und zwölf Jahren sowie eine 35-jährige Frau.
Kinder nicht gesichert
Bei der Kontrolle stellten die Polizisten fest, dass die vier- und achtjährigen Kinder weder angeschnallt waren noch über eine geeignete Kindersicherung verfügten. Die technische Überprüfung des Pkw ergab hingegen keine Beanstandungen. Bei der anschließenden Personenüberprüfung führten die Beamten eine internationale Fahndungsabfrage durch. Dabei gab es zwei Treffer im Schengener Informationssystem (SIS).
Haftbefehl wegen Menschenhandel
Für den 33-jährigen Lenker wurde eine SIS-Treffermeldung an das zuständige SIRENE-Büro weitergeleitet. Bei der 35-jährigen Frau ergab die Abfrage hingegen einen europäischen Haftbefehl aus Frankreich. Dieser steht im Zusammenhang mit dem Vorwurf des Menschenhandels. Die Frau wurde daraufhin festgenommen und zur Polizeiinspektion Dragonerstraße gebracht. Eine zusätzliche Überprüfung der übrigen Insassen durch das Landeskriminalamt Oberösterreich verlief ohne weitere Treffer.
Frau in Justizanstalt überstellt
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wels wurde die 35-Jährige anschließend in die Justizanstalt Wels eingeliefert. Gegen den Lenker wurden wegen der festgestellten Verwaltungsübertretungen mehrere Sicherheitsleistungen eingehoben und ein Organmandat verhängt.