Die Genossen fahren BMW
Der heutige Sonntag könnte eine Zäsur in der Innenpolitik bringe. Überlebt SPÖ-Chef Andreas Babler das Treffen der roten Landesparteichefs oder nicht.
Die Entscheidung hat Auswirkungen auf die Partei als solches, die Regierung, die Dreierkoalition und damit die gesamte Innenpolitik.
„Warum denn einen BMW?“
Unter den Genossen kursiert seit vielen Wochen dieser kleine Witz: „Wir Roten kriegen jetzt alle ein Dienstauto, einen BMW.“ „Warum denn einen BMW?“ „Na, das ist ja die Abkürzung von Babler muss weg.“ So sehr dieses kleine Witzchen unterhält, der Zustand der Sozialdemokratie ist wahrlich nicht zum Lachen. Da sind zwar fast alle hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand überzeugt, dass man mit dem derzeitigen Vorsitzenden keinen Blumenstrauß gewinnen kann, die Alternativen sind aber auch nicht überzeugend. Der einzige offizielle „Kandidat“, Medienmanager Gerhard Zeiler, hätte vielleicht zuvor bei ÖVP-Wunderwuzzi Sebastian Kurz nachfragen sollen, wie man einen erfolgreichen Putsch orchestriert. So aber blieb von Zeilers ersten Auftritten ein mehr oder weniger blut- und inhaltsleerer Auftritt in der ZiB 2 in Erinnerung. Ganz abgesehen davon ist es auch kein Zeichen von zukunftsorientiert Politik, wenn die zum Zug kommen, deren Alter mit einem 7er vorne beginnt. Das gilt für Zeiler wie auch für „Waschi“ Mertel, der in Klagenfurt an die Spitze strebte. Und Babler? Der hätte wissen müssen, dass man sich nicht ungestraft mit dem millionenschweren Boulevard anlegt.
Drei Varianten
Nun, der heutige Sonntag wird spannend, die Bleistifte sind gespitzt, die Kameras aufgeladen, die innenpolitischen Hauptakteure haben ihre Handys griffbereit. Welche Varianten gibt es? Variante 1, Babler bleibt: Dann gilt, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Spätestens bei der nächsten verheerenden Umfrage geht die Diskussion weiter. Variante 2: Babler tritt freiwillig zurück. Dann muss erst noch Zeiler den Weg durch die innenparteilichen Instanzen gehen. Das Glück der SPÖ ist, dass auch die Lage der ÖVP so mies ist, dass die Schwarzen eine Neuwahl fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Bleibt noch Variante 3: Weder Babler, noch Zeiler. Und diese Variante ist gar nicht einmal so unwahrscheinlich. Gibt’s keine Lösung, dann können die Genossen den eingangs erwähnten Witz etwas umformulieren und spätestens nach der nächsten Wahl den BMW abhaken. Dann gibt´s höchstens noch Dacia.