Wasserknappheit? Experten setzen auf Regenwasser
Nicht für jede Nutzung muss immer Trinkwasser verwendet werden: Zum Bewässern von Grünanlagen etwa solle künftig nicht Trinkwasser, sondern nur gering verschmutztes, geklärtes Abwasser verwendet werden, raten Experten.
130 Liter pro Kopf: Der tägliche Wasserverbrauch in Österreich bleibt im Alltag zwar stabil, schießt aber durch Pool- und Gartenboom in die Höhe. In Salzburg haben Fachleute nun Strategien diskutiert, wie sich die Regionen auf diesen steigenden Bedarf vorbereiten können.
Mit zunehmender Trockenheit wird mehr Wasser benötigt
Weil die Trockenheit zunimmt, planen Wasserversorger voraus. Eine Prognose der Universität für Bodenkultur zeigt: Vor allem Klimawandel, Tourismus und Single-Haushalte treiben den Verbrauch an. Besonders drastisch wird es im Flachgau – hier wächst die Bevölkerung um 15 Prozent, während das Wasserangebot um 20 Prozent sinkt.
Regenwasser für die Bewässerung von Feldern
Während Landwirtschaft und Unternehmen riesige Mengen zur Bewässerung brauchen, plädieren Experten für Alternativen. Denn nicht jede Nutzung erfordert höchste Trinkwasserqualität. Wissenschaftlerin Anika Stelzl von der Technischen Universität Graz sagt gegenüber dem ORF Salzburg: „Man kann auf andere Ressourcen zurückgreifen und besseres Regenwassermanagement planen.“
Experten fordern Modernisierung des veralteten Wasserrechts
Das über 150 Jahre alte Wasserrecht ist veraltet – in Salzburg fordern Experten jetzt eine radikale Modernisierung. Die oberste Prämisse: Trinkwasser hat immer Vorrang. Für die Bewässerung von städtischen Grünanlagen soll stattdessen recyceltes Abwasser (Grauwasser, z. B. aus Duschen) genutzt werden. Neben dem Appell an alle Bürger zum Wassersparen fordern die Fachleute ein digitales Entnahmeregister, um den Verbrauch von Industrie und Landwirtschaft exakt zu überwachen.