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/ ©Stephan Jobke/Facebook
Am Bild ist der Hüttenwirt Stephan Jobke von der Riederhütte, im Hintergrund ist eine Holzwand.
Hüttenwirt Stephan Jobke zieht die Reißleine: Er fordert mehr Wertschätzung von seinen Gästen.

Alpen-Wirt platzt der Kragen: Wer reserviert und schwänzt, zahlt kräftig drauf

Der Frust bei den Hüttenwirten in den österreichischen Bergen wächst. Weil immer mehr Wanderer reservieren, dann aber einfach nicht auftauchen, greift ein Wirt jetzt durch. Wer nicht kommt, muss tief in die Tasche greifen.

von Carolina Jakubovic
2 Minuten Lesezeit(389 Wörter)
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„Es ist Zeit für dieses Video, denn was in den letzten Wochen – besonders an den Wochenenden – passiert ist, macht eine Aussprache mit euch, den Gästen der Riederhütte, notwendig.“ Mit diesen ehrlichen Worten meldet sich Stephan Jobke, seit 2024 Wirt der Rieder Hütte im oberösterreichischen Höllengebirge (1.765 Meter Höhe), in einem Facebook-Video zu Wort. Seine Botschaft ist klar: So kann es nicht weitergehen.

Bis zu 50 Prozent Ausfälle: „Kann Betrieb kaum noch führen“

Das Problem, das dem Hüttenwirt massiven Ärger bereitet, betrifft die gesamte Branche: Kurzfristige Stornierungen und sogenannte „No-Shows“ – also Gäste, die einfach gar nicht erscheinen. „So, wie es derzeit läuft, ist es für mich kaum noch möglich, den Betrieb vernünftig zu führen“, findet Jobke im Video klare Worte. Er verweist dabei auf offizielle Zahlen: „Selbst der Alpenverein hat bereits darauf hingewiesen, dass mittlerweile 40 bis 50 Prozent der Buchungen so kurzfristig storniert werden, dass wir weder unser Personal noch unsere Einkäufe entsprechend planen können.“ Wie drastisch die Lage ist, zeigt sein konkretes Beispiel vom vergangenen Wochenende: „Allein an diesem Wochenende hatten wir rund 45 Prozent Ausfälle. Gestern waren 20 Gäste angemeldet – gekommen sind letztendlich nur vier.“

Stornogebühren deutlich erhöht

Der Wirt betont, dass er mit diesem Problem nicht alleine ist. Nach dem Austausch mit Kolleginnen und Kollegen steht für ihn fest: „Wir sind uns einig, dass wir diese Entwicklung nicht einfach hinnehmen können. Deshalb haben wir unsere Stornobedingungen angepasst und die Stornogebühren erhöht.“

Neue Tarife

Die neuen Tarife auf der Rieder Hütte haben es in sich und liegen deutlich über den üblichen Empfehlungen des Alpenvereins:

  • Kurzfristige Stornierung (ab 5 Tage vor Anreise): 35 Euro pro Person.
  • Nichterscheinen ohne Absage: 48 Euro pro Person (der volle Preis für die Halbpension mit Abendessen und Frühstück).

Sind hohe Stornogebühren bei Nichterscheinen okay?

Ja, absolut gerechtfertigt!
Nein, absolut unfair
Kommt auf den Grund der Stornierung an
Ich weiß nicht https://www.5min.at/wp-admin/post-new.php?post_type=poll#

Lebensmittel umsonst auf 1.765 Meter geschleppt

Gegenüber dem Münchner Merkur begründete der Hüttenwirt die strengen Regeln vor allem mit den logistischen Herausforderungen im Hochgebirge. Einkäufe für das Essen müssten tagelang im Voraus aufwendig auf den Berg transportiert werden. „Das kann man nicht erst am Samstag kaufen. Wenn die Leute für das Wochenende gebucht haben und dann nicht kommen, haben wir die Lebensmittel umsonst hochgeschleppt“, erklärt Jobke im Zeitungs-Interview. Trotz des harten Durchgreifens verliert der Wirt aber nicht den Optimismus und schließt sein Video versöhnlich: „Ich wünsche euch trotzdem alles Gute und freue mich darauf, euch auch weiterhin auf der Riederhütte begrüßen zu dürfen – verlässlich und mit gegenseitigem Respekt.“

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 17.07.2026 um 09:46 Uhr aktualisiert
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