Nach Missbrauch von Spendengeldern: 33-Jährige festgenommen
Eine 33-jährige Frau aus der Südsteiermark steht im Verdacht, nach dem Amoklauf am Grazer BORG Dreierschützengasse auf betrügerische Weise Spendengelder gesammelt zu haben. Ermittler sichern Bankkonten.
Im Zusammenhang mit dem tragischen Amoklauf am Grazer BORG Dreierschützengasse ist eine 33-jährige Frau aus dem Bezirk Leibnitz in Haft genommen worden. Die Frau steht im Verdacht, auf betrügerische Weise Spendengelder gesammelt zu haben. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Steiermark dauern an. Die Fahnder hatten am 19. September 2025 nach einem Hinweis über das Bundeskriminalamt mit den Ermittlungen begonnen. Den Verdachtsmomenten zufolge soll die 33-Jährige bereits am 11. Juni, einen Tag nach dem Amoklauf, über eine internationale Online-Crowdfunding-Plattform einen Spendenaufruf gestartet haben. Dabei gab sie sich fälschlicherweise als Angehörige der Opfer aus und soll so mehr als 37.000 Euro an Spenden erhalten haben. Ersten Erkenntnissen zufolge sei jedoch nur ein geringer Teil der Gelder tatsächlich an betroffene Familien weitergeleitet worden.
Bankkonten gesichert
Im Rahmen der Ermittlungen konnten die Bankkonten der Verdächtigen ausfindig gemacht und auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz gesichert werden. Betroffene Spenderinnen und Spender können nun Anzeige bei jeder Polizeiinspektion erstatten oder eine Rückerstattung direkt über die Plattform „GoFundMe“ beantragen. Die Plattform unterstützt die Ermittlungen aktiv.
Weitere Vorwürfe
Zusätzlich wird der Frau vorgeworfen, unrechtmäßig Sozialleistungen in Höhe von rund 23.000 Euro bezogen zu haben. Dazu soll sie teils gefälschte Nachweise für Pflegestipendien beim AMS vorgelegt haben, obwohl sie die Ausbildung nie begonnen hatte. Eine geplante Auszahlung weiterer 14.000 Euro konnte rechtzeitig gestoppt werden.
Festnahme und Geständnis
Aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse wurde die 33-Jährige vergangene Woche in der Südsteiermark festgenommen und in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Bei ersten Befragungen bestritt sie die Vorwürfe, doch nach weiteren polizeilichen Ermittlungen räumte sie schließlich ein, beim Spendenaufruf falsche Angaben gemacht zu haben. Sie gab an, lediglich einen Teil der Gelder für eigene Zwecke verwendet zu haben, während sie den Rest an betroffene Familien weiterleiten wollte. Die Ermittlungen zu möglichen Mittätern und weiteren Straftaten dauern an. Konkrete Hinweise auf weitere Beteiligte liegen bislang jedoch nicht vor. Spender können Rückerstattung beantragen: GoFundMe-Support – Rückerstattung beantragen