Steiermark: Ärzte fordern Ende unnötiger Spitalsfahrten
Ärzte fordern ein Ende unnötiger Rettungstransporte. Mit klarer Patientenlenkung könnten Ambulanzen entlastet und Millionen gespart werden. Ganz ohne Abstriche bei der Versorgung.
Die steirische Ärzteschaft macht auf ein Problem aufmerksam, das immer drängender wird: Patienten werden auch bei leichteren Beschwerden fast automatisch ins Krankenhaus gebracht. Selbst dann, wenn eine wohnortnahe Versorgung beim Hausarzt oder beim Bereitschaftsdienst ausreichen würde. Das belastet nicht nur die Ambulanzen, sondern auch das gesamte Rettungswesen. Prof. Dr. Dietmar Bayer, Vizepräsident und Obmann der Kurie Niedergelassene Ärzte, sowie Dr. Alexander Moussa, kassenärztlicher Referent der Ärztekammer Steiermark, fordern daher ein Umdenken: „In Zeiten knapper Budgets darf nicht länger nur über Leistungskürzungen diskutiert werden – es braucht intelligente und patientennahe Lösungen.“
Kritik an Routinen und Telefonberatung
Besonders die Abläufe bei der telefonischen Beratung sehen die Ärzte kritisch. „Wenn unter der Nummer 1450 fast immer die Empfehlung für den Transport ins Krankenhaus erfolgt, wird viel Geld ineffizient eingesetzt“, erklärt Dr. Gerhard Posch, Vizepräsident und Obmann der Kurie Angestellte Ärzte. Häufig würde ein Anruf beim Hausarzt oder beim nächstgelegenen Bereitschaftsdienst-Arzt reichen, um die richtige Behandlung einzuleiten, ganz ohne langen Rettungstransport.
Entlastung für Spitäler und Rettung
Die Forderung ist klar: „Wir fordern, dass Rettungstransporte Patientinnen und Patienten nicht mehr routinemäßig in teils weit entfernte klinische Einheiten führen, wenn diese ebenso beim wohnortnahen Hausarzt oder in den offenen Bereitschaftsdienst-Ordinationen bestens versorgt werden können“, betont Bayer. Damit würden sowohl unnötige Kilometer vermieden als auch die Ambulanzen von zusätzlichen Patienten entlastet.
Millionen-Einsparungen möglich
Auch der finanzielle Aspekt ist enorm: „Wir gehen davon aus, dass durch die Vermeidung unnötiger Fahrten und durch eine bessere Patientenlenkung österreichweit ein zweistelliger, vermutlich sogar dreistelliger Millionenbetrag eingespart werden könnte und zwar, ohne Abstriche bei medizinischer Qualität oder Sicherheit“, unterstreicht Moussa. Bayer ergänzt: „Mit effizienteren Transport- und Lenkungskonzepten können wir sowohl unser Gesundheitssystem nachhaltiger sichern, als auch die Patientinnen und Patienten besser versorgen.“