Skip to content
/ ©Pexels/ Pavel Chernonogov
Symbolfoto
Symbolbild auf 5min.at zeigt einen Mann beim Schweißen von Metall.
Metallbau Trummer GmbH & Co KG mit Sitz in Bad Gleichenberg hat ein Sanierungsverfahren eröffnet

Nach 60 Jahren: Steirisches Familienunternehmen kämpft ums Überleben

Die Metallbau Trummer GmbH & Co KG hat einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht für ZRS Graz eingebracht. Dieses wurde am Freitag eröffnet, wie der AKV informiert.

von Elisa Auer Elisa Auer 5 Minuten Redaktion
2 Minuten Lesezeit(404 Wörter)
Wählen Sie 5min.at als bevorzugte Google-Quelle

Bei der Metallbau Trummer GmbH & Co KG mit Sitz in Bad Gleichenberg handelt es sich um ein traditionelles Familienunternehmen, welches seit über 60 Jahren im Bereich Metallbau, Schlosserei und Glasbau sowie konstruktiver Stahlbau tätig ist. Im Unternehmen sind aktuell 20 Dienstnehmer (4 Angestellte, 15 Arbeiter und 1 Lehrling) beschäftigt. Insbesondere werden Alufenster und -Türen, Schiebetüren, Stahlkonstruktionen und Brandschutzelemente erzeugt und montiert. „Hauptauftraggeber ist der öffentliche Sektor, auf welchen rund 70 Prozent des Auftragsvolumens entfallen“, informiert der Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) in einer Aussendung.

Mehrere Gründe führten zur Insolvenz

Hinsichtlich der Insolvenzursachen verweist man auf massive Kostensteigerungen aufgrund der Lohnabschlüsse im metallverarbeitenden Gewerbe in den letzten Jahren sowie auf steigende Rohstoff- sowie Energiekosten. Hinzutritt die allgemeine wirtschaftliche Situation, welche zu einer Zurückhaltung der Kunden sowie auch zu einer sinkenden Zahlungsmoral führte. Weiters sind im öffentlichen Bereich sehr lange Zahlungsziele (50 bis 60 Tage) gegeben, sodass Zwischenfinanzierungen erforderlich sind. „Letztlich musste man auch noch einen Zahlungsausfall in Höhe von rund 90.000 Euro hinnehmen und war die Geschäftsführung aufgrund persönlicher Umstände zeitweise verhindert. In den letzten Jahren zeigt sich dementsprechend ein massiver Umsatzrückgang“, so heißt es weiter vom AKV zu den Insolvenzursachen.

Aktiva und Passiva

„Die Verbindlichkeiten werden im Status zu Buchwerten mit rund 3.505.000 Euro angegeben, wovon rund EUR 1,2 Mio. auf Bankverbindlichkeiten entfallen, die Lieferantenverbindlichkeiten gibt man mit rund 600.000 Euro an. Der Rest entfällt auf Dienstnehmer, Steuer- und Abgabenrückstände und Sonstige. Die Aktiva gibt man mit rund 1.521.000 Euro an, wobei wesentlichste Aktivposten der Maschinenpark, offene Forderungen sowie die weitestgehend im Eigentum des Unternehmens stehenden Betriebsliegenschaften sind. Diese sind jedoch durch Sonderrechte der finanzierenden Banken belastet, sodass man von freien Aktiva von rund 436.000 Euro ausgeht“, so äußert sich der AKV zu den Schulden des Familienbetriebs.

Familienunternehmen soll fortgeführt werden

Laut AKV wird die Fortführung des Unternehmens angestrebt, wobei größere Einsparungen/Reorganisationen im Mitarbeiterbereich nicht geplant sind. Derzeit befinden sich zahlreiche Projekte in Abwicklung, wobei hier zu klären sein wird, inwiefern diese fortgeführt werden können, weiters soll die Aussicht auf einen Großauftrag bestehen. Angeboten wird ein Sanierungsplan, welcher eine Quote von 20 Prozent binnen 2 Jahren ab Annahme des Sanierungsplans vorsieht. Die für den Sanierungsplan erforderlichen Mittel sollen aus dem Fortbetrieb und/oder Einstieg eines strategischen Investors oder allenfalls im Rahmen einer übertragenden Sanierung generiert werden. Das Unternehmen soll jedenfalls fortgeführt werden.

Du hast einen #Fehler gefunden? Jetzt melden.
Mehr Interessantes