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/ ©Montage Canva/Ralf Gosch- stock.adobe.com
Das Bild auf 5min.at zeigt ein Unfallschild auf der Straße und Kerzen.
Laut einer aktuellen Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) war im Jahr 2024 in der Steiermark jeder dritte Verkehrstote 65 Jahre oder älter.

Steiermark: Jeder dritte Verkehrstote ist über 65 Jahre

In der Steiermark kam im Vorjahr jeder dritte Verkehrstote aus der Generation 65+. Besonders oft betroffen waren Fußgänger. Der VCÖ drängt auf mehr Rücksicht und sichere Wege für ältere Menschen.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(498 Wörter)

Laut einer aktuellen Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) war im Jahr 2024 in der Steiermark jeder dritte Verkehrstote 65 Jahre oder älter. Besonders tragisch: Bei den Fußgängern waren sogar zwei Drittel der Opfer Pensionisten. „In der Verkehrsplanung wird auf ältere Menschen zu wenig Rücksicht genommen“, erklärt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Während die Generation 65+ nur rund 14 Prozent der Verletzten ausmachte, lag ihr Anteil an den Verkehrstoten bei 36 Prozent – also mehr als doppelt so hoch.

Mehr Sicherheit durch Tempo 30 und sichere Übergänge

Die meisten älteren Todesopfer waren Pkw-Insassen (zehn Personen), gefolgt von sieben Fußgängerinnen und Fußgängern. Der VCÖ sieht darin ein klares Warnsignal. „Durch Verkehrsberuhigung, mehr Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet, übersichtliche Straßenübergänge und ein dichtes Netz an breiten Gehwegen kann die Verkehrssicherheit älterer Menschen deutlich erhöht werden“, so Jaschinsky weiter. Eine ältere Person kam mit dem E-Bike ums Leben, während es mit herkömmlichen Fahrrädern keinen tödlichen Unfall gab.

Bewegung stärkt Körper und Geist

Wie eng Mobilität und Gesundheit zusammenhängen, zeigte Sylvia Titze von der Universität Graz. Die Zahl der gesunden Lebensjahre ist in Österreich zuletzt gesunken: bei Männern von 66 auf 63, bei Frauen von 67 auf 65 Jahre. Besonders alarmierend: 85 Prozent der über 60-Jährigen leiden bereits an zwei bis drei chronischen Krankheiten. „Mit aktiver Mobilität pflegt man die körperliche Fitness und bleibt zudem in Kontakt mit der Natur und den Menschen“, so Titze. Gehen und Radfahren sind somit nicht nur gesund, sondern auch entscheidend für Lebensqualität und Selbstständigkeit.

Lebenswerte Ortskerne für mehr Selbstständigkeit

Auch die Raumplanung spielt eine große Rolle, betonte Brigitte Wotha von der Hochschule Kiel. Wenn Ortskerne gestärkt und Wege kurz gehalten werden, können ältere Menschen länger mobil und unabhängig bleiben. „Die Mobilitätsplanung muss verstärkt die Bedürfnisse älterer Menschen und insbesondere älterer Frauen berücksichtigen“, sagte Wotha. Damit werde nicht nur die Sicherheit erhöht, sondern auch soziale Teilhabe gefördert.

Innovative Ideen aus dem Ausland

Ein Blick nach Deutschland zeigt neue Wege: Dort gibt es die Aktion „Fahrschein statt Führerschein“, bei der ältere Autofahrer ihren Führerschein gegen ein Jahresticket für den Öffentlichen Verkehr eintauschen können. In Hannover nahmen über 8.000 Menschen teil – 92 Prozent davon waren über 70 Jahre. „Dieses Modell könnte Österreich mit dem Klimaticket gut umsetzen. Damit würde die Verkehrssicherheit erhöht und gleichzeitig die Verkehrsbelastung reduziert“, so Jaschinsky.

Niederlande als Vorbild für sicheres Radfahren

Wie sichere Mobilität im Alter funktionieren kann, zeigt das niederländische Programm „Doortrappen“ („Weitertreten“). Ziel ist, dass ältere Menschen möglichst lange sicher Radfahren können. „Radfahren sorgt dafür, dass Senioren länger gesund, sozial und selbständig bleiben“, erklärt Juul van Rijn vom niederländischen Infrastrukturministerium. Dort tragen ein dichtes Radwegenetz und spezielle Dreiräder zur Sicherheit bei. Maßnahmen, die auch in Österreich Schule machen könnten.

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