
Wohnbau im Wandel – so wohnen die Steirer
In der Steiermark entstehen heuer rund 3.000 neue Wohnungen - ein Minus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während Graz weiter boomt, kämpfen ländliche Regionen mit Rückgängen. Auffällig: Die Wohnungen werden wieder größer.
Heuer werden in der Steiermark rund 3.000 neue Wohneinheiten fertiggestellt. Das sind um 27 Prozent weniger als im Vorjahr. Für die kommenden Jahre erwarten Expertinnen und Experten eine weitere leichte Abnahme. Gleichzeitig sind aber viele Projekte bereits in Planung, ohne dass ein konkretes Fertigstellungsdatum feststeht. Wie und wo in der Steiermark gebaut wird, zeigt eine gemeinsame Analyse der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, des Verbandes der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) und der Bauträgerdatenbank Exploreal. Dafür wurden 483 Projekte mit insgesamt 12.000 Wohneinheiten untersucht.
Durchschnittlich 68 Quadratmeter
Ein typisches steirisches Wohnbauprojekt umfasst 25 Wohneinheiten. Die durchschnittliche Wohnnutzfläche liegt bei 68,2 Quadratmetern – ein Plus von 3,8 Quadratmetern gegenüber der letzten Erhebung. „Insgesamt kann man feststellen, dass die fertiggestellten Wohnungen – sowohl was die Fläche als auch was die Anzahl der Zimmer betrifft – etwas größer geworden sind“, erklärt Andreas Kern, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der WKO Steiermark. Rund 38 Prozent der Wohnungen haben ein bis zwei Zimmer, ebenso viele verfügen über drei Zimmer. 24 Prozent bieten vier oder mehr Zimmer.

Balkon statt Loggia
97 Prozent aller Wohnungen haben eine eigene Freifläche. Im Durchschnitt beträgt sie 13,6 Quadratmeter. Besonders beliebt sind Balkone (57 Prozent) und Terrassen (42 Prozent), während Loggien nur bei elf Prozent der Wohneinheiten vorkommen. 27 Prozent der Wohnungen verfügen über einen eigenen Garten. Auch für Autos ist Platz: Im Schnitt gibt es pro Wohnung 1,48 Stellplätze.
Graz dominiert den Wohnbau
Die meisten Neubauten entstehen in Graz und Graz-Umgebung. Erst mit großem Abstand folgen andere Regionen. „Eine große Herausforderung ist und bleibt der Ausgleich zwischen urbanen Lebensräumen und ländlichen Regionen“, betont Kern. Seit Oktober wurden allein im Großraum Graz 49 neue Bauträgerprojekte gestartet. Im Bezirk Weiz sind es hingegen nur zwei. Trotzdem zeigt sich auch in Graz ein deutlicher Rückgang: „Für die Stadt Graz werden heuer 966 fertiggestellte Wohneinheiten erwartet, das entspricht einem Rückgang von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, so Kern. Im kommenden Jahr soll sich der Trend jedoch mit rund 2.350 neuen Wohnungen drehen.
Preise stabil, Quadratmeter billiger
Den Großteil der neuen Projekte errichten gewerbliche Bauträger – in Graz liegt ihr Anteil bei 85 Prozent, im Landesdurchschnitt bei 73 Prozent. „Hier sieht man die enorme Bedeutung unserer Branche für die Wohnversorgung der Steirerinnen und Steirer“, sagt Kern. Der Preis für eine Bauträgerwohnung liegt aktuell bei rund 305.300 Euro. „Damit ist der Preis seit der letzten Auswertung nur leicht um rund 1,4 Prozent gestiegen“, erklärt Alexander Bosak, Geschäftsführer von Exploreal. Pro Quadratmeter ergibt das einen Durchschnittspreis von 4.850 Euro – ein Minus von 1,7 Prozent.