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/ ©Pexels/Nataliya Vaitkevich
Das Bild auf 5min.at zeigt eine Mutter und ein Kind.
Pflegepersonen in der Steiermark fordern eine faire Absicherung.

Pflege-Mutter (50) in der Steiermark droht Insolvenz – Forderung

Eine 50-jährige Pflegemutter aus der Steiermark steht kurz vor der Privatinsolvenz, weil sie nach Jahren der Pflege keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat. Jetzt wird gefordert: Anstellung statt Ehrenamt.

von Nadia Alina Gressl Bild auf 5min.at zeigt Nadia Alina Gressl
3 Minuten Lesezeit(597 Wörter)

Unter dem Titel „PflegefamilienStimme Steiermark – Dialog zur Zukunft des Pflegekinderwesens“ fand in Graz eine von der Initiative PflegefamilienStimme Steiermark gemeinsam mit der GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten) organisierte Austauschveranstaltung statt. Mehrere Teilnehmer schilderten, dass sie trotz der vollen Verantwortung für das Kind weder ausreichend sozialrechtlich noch finanziell abgesichert und unterstützt sind. Die Pflege wird vom Gesetzgeber oft noch immer als reines Ehrenamt behandelt, mit verheerenden Konsequenzen für jene, die ihr Leben den Kindern widmen, heißt es in einer Aussendung. Eine Pflegemutter (50) aus der Steiermark zeigt die Problematik genauer auf: Nach jahrelanger, aufopfernder Pflege steht sie nun kurz vor der Privatinsolvenz. Der Grund: Sie hat keinerlei Anspruch auf Arbeitslosengeld und musste in den vergangenen Jahren ihr gesamtes Erspartes aufbrauchen, um die finanzielle Lücke zu schließen. Die Gewerkschaft der Privatangestellten betont: „Pflege darf nicht länger auf Ehrenamt basieren. Wir brauchen Wahlfreiheit – wer möchte, soll angestellt werden können, mit Pensionsanspruch und Krankenstand.“

Psychische und physische Belastungen

Doch das ist nicht alles. Pflegeeltern berichteten auf der Veranstaltung eindrücklich von den enormen psychischen und physischen Belastungen, die der 24/7-Einsatz mit sich bringt. Die strukturellen Hürden, mit denen die Familien kämpfen müssen, sind vielfältig und zeugen von einem veralteten System, so in der Aussendung. Darunter zählen:

  • Keine geregelte Vertretung im Krankheits- oder Notfall.
  • Fehlende Supervision und psychosoziale Unterstützung.
  • Lange Wartezeiten bei der Bewilligung von Sonderkosten (z.B. für Therapien).

Zentrale Ergebnisse und Forderungen:

  • Pflegepersonen leisten professionelle Arbeit und muss finanziell und sozialrechtlich gut abgesichert werden.
  • Wahlfreiheit zwischen Ehrenamt und Anstellung für Pflegepersonen.
  • Schnellere Behördenverfahren und mehr Transparenz in Entscheidungswegen.
  • Psychosoziale Entlastungssysteme (Supervision, Vertretung, Urlaubstage).
  • Bessere Unterstützung für Pflegepersonen von Kindern mit Behinderung.
  • Einbindung der PflegefamilienStimme Steiermark in politische Entscheidungsprozesse

Unter dem Titel „PflegefamilienStimme Steiermark – Dialog zur Zukunft des Pflegekinderwesens“ fand in Graz eine von der Initiative PflegefamilienStimme Steiermark gemeinsam mit der GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten) organisierte Austauschveranstaltung statt. Pflegeeltern, Vertreterinnen und Vertreter der Fachabteilung 11 des Landes Steiermark, der Bezirkshauptmannschaften, Trägerorganisationen sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter diskutierten gemeinsam über Herausforderungen und notwendige Reformen im steirischen Pflegekinderwesen. Pflege ist kein Ehrenamt. Zentraler Tenor der Veranstaltung: Pflegepersonen leisten hochqualifizierte pädagogische Arbeit, die derzeit weitgehend unbezahlt bleibt. Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer schilderten eindringlich, dass sie trotz voller Verantwortung weder ausreichend sozialrechtlich noch finanziell abgesichert und unterstützt sind. Eine Pflegemutter (50) schilderte emotional, dass sie nach jahrelanger Pflege kurz vor der Privatinsolvenz steht, weil sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat und ihr Erspartes aufbrauchen musste. „Pflege darf nicht länger auf Ehrenamt basieren. Wir brauchen Wahlfreiheit – wer möchte, soll angestellt werden können, mit Pensionsanspruch und Krankenstand“, betonte ein Vertreter der Gewerkschaft GPA. Überforderung und strukturelle Hürden. Pflegeeltern berichteten über enorme Belastungen: keine geregelte Vertretung im Krankheitsfall, keine Supervision, lange Wartezeiten bei Sonderkostenbewilligungen und fehlende psychosoziale Unterstützung. Trotzdem sind sie 24/7 für ihre Kinder da. Ein Pflegevater formulierte es so: „Wir sind Tag und Nacht im Einsatz – ohne Urlaubsanspruch, ohne Vertretung, ohne Absicherung.“ Auch aus den Behörden hieß es, dass viele rechtliche Grundlagen veraltet seien und dringend überarbeitet werden müssten. Zentrale Ergebnisse und Forderungen: 1. Pflegepersonen leisten professionelle Arbeit und muss finanziell und sozialrechtlich gut abgesichert werden. 2. Wahlfreiheit zwischen Ehrenamt und Anstellung für Pflegepersonen. 3. Schnellere Behördenverfahren und mehr Transparenz in Entscheidungswegen. 4. Psychosoziale Entlastungssysteme (Supervision, Vertretung, Urlaubstage). 5. Bessere Unterstützung für Pflegepersonen von Kindern mit Behinderung. 6. Einbindung der PflegefamilienStimme Steiermark in politische Entscheidungsprozesse. Appell an die Politik. Die Initiative PflegefamilienStimme Steiermark wird die Ergebnisse der Veranstaltung an die Landespolitik übermitteln. Ziel ist es, konkrete Verbesserungen in Gesetzgebung, Finanzierung und Arbeitsbedingungen zu erreichen. Andrea Nistelberger, Krisenpflegemutter und Initiatorin der Veranstaltung, schloss mit einem eindringlichen Appell: „Es braucht Mut, Geduld und Zusammenhalt – aber wir haben gezeigt, dass Veränderung möglich ist, wenn wir gemeinsam sprechen.“ Kontakt für Rückfragen: PflegefamilienStimme Steiermark – Andrea Nistelberger, E-Mail: pflegeelternstmk@gmail.com

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