Österreichweite Kulturstrategien: Länder vertiefen gemeinsamen Kurs
Im Grazer Landhaus ist ein seltener Schulterschluss gelungen. Vertreter aller Bundesländer trafen einander, um ihre Kulturstrategien abzugleichen und gemeinsame Wege zu finden. Die Steiermark stand dabei klar im Mittelpunkt.
Im Rittersaal des Grazer Landhauses trafen am Freitag, dem 14. November 2025, Kulturverantwortliche aus allen Bundesländern, aus Südtirol und dem Bundesministerium aufeinander. Sie suchten nach Antworten auf aktuelle Herausforderungen, die gerade jetzt viele Kulturbereiche belasten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie man Wissen und Erfahrungen besser teilt und Projekte über Landesgrenzen hinweg möglich macht.
Blick auf das, was funktioniert
Der Tag war geprägt von Best-Practice-Beispielen. Auf Verwaltungsebene wurde offen darüber gesprochen, welche Maßnahmen wirken und wo sich Synergien ergeben könnten. Die Budgets sind überall angespannt, umso wichtiger war der gemeinsame Nenner: voneinander lernen, statt alles allein stemmen. Am Ende stand der klare Entschluss, diesen Austausch zu vertiefen.
„Brücken zwischen den Bundesländern„
Landtagspräsident Gerald Deutschmann (FPÖ) und Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖCP) eröffneten die Konferenz. Kornhäusl betonte: „Die gemeinsame Arbeitsgruppe und der österreichweite Austausch zu Kulturstrategien sind ein wesentlicher Schritt, um Brücken zwischen den Bundesländern zu bauen. Jede Region bringt wertvolle Erfahrungen und spezifische Perspektiven ein – und genau dieser Dialog eröffnet neue Synergien und gemeinsame Entwicklungsmöglichkeiten.“ Er verwies auch darauf, dass die steirische Kulturstrategie bereits gezeigt habe, wie stark ein gemeinsamer Prozess wirken kann.
Steiermark als Gastgeberin
Für Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) ist die Austragung ein deutliches Signal: „Als Landeshauptmann der Steiermark freut es mich, dass unser Bundesland Zentrum der erstmals stattfindenden Konferenz der österreichweiten Kulturstrategien ist. Dieser bundesländerübergreifende Austausch ist eine wichtige Plattform, um Erfahrungen auszutauschen und darauf aufbauend optimale Bedingungen zu erarbeiten, damit das Kulturland Steiermark in seiner besten Form weiterentwickelt werden kann.“
Kulturstrategie 2030 als Basis
Die Steiermark hat mit ihrer Kulturstrategie 2030 ein breites Fundament gelegt. Mehr als 600 Menschen aus der Kulturszene haben ab 2021 bei acht Regionalkonferenzen mitgearbeitet. Daraus entstand ein Gesamtpaket aus 86 Zielen und 122 Maßnahmen, das seit dem Vorjahr umgesetzt wird. Dieser Prozess war auch ein Grund, weshalb die Steiermark als Gastgeberin gewählt wurde. Die Konferenz zeigte: Wenn alle Bundesländer in dieselbe Richtung blicken, gewinnt Österreichs Kultur an Kraft.