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Graz trauert um Stefanie P.

Graz trauert um Stefanie P.: „Als ob die Welt still stehen würde…“

Graz steht still. Stefanie P., die Frau, die "Räume heller machte", wurde nur 32. Ihre warmherzige Art bleibt in Erinnerung. Graz trauert.

von Nadia Alina Gressl Bild auf 5min.at zeigt Nadia Alina Gressl
4 Minuten Lesezeit(768 Wörter)
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Die Nachricht kam am Samstagabend, 29. November 2025, und ließ Graz für einen Augenblick stillstehen: Stefanie P., 32 Jahre alt, ist tot. Tage zuvor war ihr Foto zum Symbol der Hoffnung geworden, ihre Freunde und Familie hatten unermüdlich gesucht, ihr Name war tausendfach geteilt worden. Doch alle Bemühungen endeten im traurigen Verdacht, dass die junge Frau, voller Leben, einem mutmaßlichen Femizid zum Opfer gefallen sein könnte. Neben der Ermittlungen bleibt die Erinnerung an einen Menschen, der vielen viel bedeutete und dessen plötzliches Fehlen eine tiefe Wunde in der ganzen Stadt hinterlässt.

„Sie war ein Mensch, der Räume heller machte“

Die Grazerin, die von Freunden und Familie liebevoll „Stefi“ oder „Fanni“ genannt wurde, wurde von ihrem Umfeld als warmherzig, offen, liebevoll und beruflich äußerst professionell beschrieben. Ein Freund von Stefanie P. fasste es gegenüber 5 Minuten zusammen: „Sie war ein Mensch, der Räume heller machte. Jeder mochte sie.“ Die tiefe Verbundenheit der 32-Jährigen zeigte sich auch in ihrer engen Beziehung zu ihrem Golden Retriever Marlow. Eine Freundin, die anonym bleiben möchte, erinnert sich: „Sie hätte niemals Marlow allein gelassen.“ Auf Social Media zeigen Fotos Stefanie P. oft lachend und entspannt mit ihrem Hund, der ihr ein treuer Begleiter war.

Tiefe Trauer und Anteilnahme in den Netzwerken

Die kollektive Stille, die sich über Graz legte, fand schnell Anteilnahme in den sozialen Medien. Graz drückte seinen Schmerz aus. „Ruhe in Frieden liebe Stefi, wir tragen dich in unseren Herzen immer weiter!!! Als ob die Welt still stehen würde…“, postete Nutzer und sprach damit die Empfindungen vieler aus – denn das Posting wurde bereits einige Male weiter geteilt. „Ein Moment der kollektiven Stille legt sich über Graz. Die Bestätigung über deinen Tod trifft uns alle Familie, Freunde und eine ganze Stadt ins Mark. Zurück bleiben Fassungslosigkeit, Trauer und viele offene Fragen, aber auch die Hoffnung das du Ruhe gefunden hast. Mein aufrichtige Anteilnahme deiner Familie und allen deinen vielen Freunden, wir werden dich nie vergessen!“ Ein weiterer Nutzer teilte: „Ein Trauiger Tag für die ganze Stadt Graz“. Auch Influencer Satansbraten zeigt seine Anteilnahme: „Ruhe in Frieden“, schreibt er in seiner Story. Ein weiterer Nutzer schreibt: „Ich kannte die Dame nicht, aber […] jeglicher Tod eines Mitmenschen ist furchtbar und ich schicke meine Gebete an die Hinterbliebenen, Freunde, Familie… Viel Kraft für die kommende Zeit der Trauer und Aufarbeitung!“

„Ni una màs“

Nutzer teilten ihre Bestürzung. Die österreichische Journalistin Corinna Milborn fasste es in einem geteilten Posting zusammen: „Es soll nicht mehr hingenommen werden, dass das Risiko, vom (Ex-)Partner ermordet zu werden, Teil eines Lebens als Frau ist. Sie forderte weiter: Es soll jeder sehen, dass die Morde nur die Spitze eines Eisberges sind. Es muss aufhören, dass Männer Frauen als ihr Eigentum behandeln, das keine unabhängige Existenz führen (oder sich gar trennen) darf.“ Der Beitrag schließt mit dem spanischen Satz „Ni una màs“ – „Nicht eine mehr“.

Holzleitner und Sporrer erschüttert

Frauenministerin Eva Maria Holzleitner und Justizministerin Anna Sporrer äußerten sich über den mutmaßlichen Femizid zutiefst erschüttert. „Diese Tat zeigt einmal mehr: Wir dürfen nicht von ‚Beziehungstaten‘ oder ‚Liebesdramen‘ sprechen. Die tödlichen Denkmuster, wonach Männer frei über das Leben ihrer Töchter, Ehefrauen oder Partnerinnen bestimmen dürfen, müssen gestoppt werden“, erklärten die beiden SPÖ-Ministerinnen in einer gemeinsamen Stellungnahme gegenüber der APA. Gewalt an Frauen sei ein „strukturelles Problem, dem wir als Gesellschaft geschlossen entgegentreten müssen“, forderten Sporrer und Holzleitner und verwiesen auf die laufenden 16 Tage gegen Gewalt sowie den neuen Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. (Absatz von APA; 29.11.2025)

Statistik Femizide 2025 in Österreich:

Femizid, definiert als die vorsätzliche Tötung einer Frau durch einen Mann aufgrund ihres Geschlechts, ist eine Form des Hassverbrechens, wobei in Österreich im aktuellen Jahr bereits 14 Femizide und 33 Mordversuche oder Fälle schwerer Gewalt gezählt wurden.

Quelle: AÖF

Verdacht des Mordes

„Slowenische Polizisten fanden heute, 29. November 2025, die Leiche der seit Sonntag, 23. November 2025, vermissten Frau. Der 31-jährige Verdächtige ist nunmehr geständig“, heißt es in einer Aussendung der Landespolizeidirektion Steiermark. Wie mehrere Medien berichten, soll der 31-Jährige, für den die Unschuldsvermutung gilt, seine Ex-Freundin erwürgt, in einen Koffer verpackt und in einem Wald in seinem Heimatland vergraben haben. Auf Anfrage von 5 Minuten Graz wurde dies jedoch nicht bestätigt. Weitere Details möchte die Polizei erst am Sonntagvormittag bei einer Pressekonferenz bekannt geben. In den sozialen Medien wird jeder einzelne Mann aufgerufen, „die Augen aufzumachen. Auf jedes kleinste Zeichen in seinem Umfeld achten und jedes Mal, wenn er sieht, wie eine Frau kleingehalten, angeschnauzt, als Besitz behandelt wird EINGREIFEN.“ Man sei es der 32-jährigen Grazerin schuldig, dass „es nicht so weitergehen“ dürfe.

Von Gewalt zu Hause betroffen? Hier findest du Hilfe:

In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u. a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217; Polizei-Notruf: 133.

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