Arbeitslosenzahl steigt weiter: Koralmbahn soll neuen Schub bringen
In der Steiermark steigt die Arbeitslosigkeit weiter, offene Stellen gehen zurück. Hoffnung soll jetzt die Koralmbahn bringen, die ab 14. Dezember Graz und Klagenfurt verbindet und neue Chancen schaffen soll.
Die Lage am steirischen Arbeitsmarkt bleibt angespannt: Ende November waren 46.180 Menschen ohne Job oder in Schulung. Gleichzeitig sinkt die Zahl der offenen Stellen deutlich. Hoffnung kommt ausgerechnet von der Infrastruktur, mit der Eröffnung der Koralmbahn am 14. Dezember entsteht ein neuer Wirtschaftsraum zwischen Graz und Klagenfurt.
Arbeitslosigkeit steigt, Stellen sinken
Die aktuellen AMS-Zahlen zeichnen ein klares Bild: 46.180 Personen sind in der Steiermark derzeit arbeitslos gemeldet, 8664 davon besuchen eine Schulung. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,4 Prozent, ein Plus von 0,4 Prozentpunkten im Jahresvergleich. Parallel dazu sind die offenen Stellen um 9,1 Prozent zurückgegangen. Mit 10.329 gemeldeten Jobs gibt es so wenige offene Positionen wie seit Jahren nicht mehr. Für viele Branchen bedeutet das: Unsicherheit wächst, Einstellungsprozesse verlangsamen sich, und Unternehmen reagieren vorsichtig.
Koralmbahn als Hoffnungsschiene
Mitten in diese schwierige Phase fällt ein historischer Moment: Die Koralmbahn geht in Betrieb. Ab 14. Dezember verbindet die Hochleistungsstrecke Graz und Klagenfurt in nur 45 Minuten. Was für Pendler wie ein Komfortgewinn klingt, ist für den Arbeitsmarkt ein strategischer Gamechanger. Zwischen den beiden Landeshauptstädten entsteht ein gemeinsamer Wirtschaftsraum mit 1,1 Millionen Einwohnern. Betriebe erhalten Zugang zu einem größeren Fachkräftepool, und Arbeitssuchende können ihren Radius deutlich erweitern, ohne stundenlange Pendelwege.
Mobilität als neuer Schlüssel
Yvonne Popper Pieber, stellvertretende AMS-Landesgeschäftsführerin, sieht darin einen entscheidenden Hebel. Die Koralmbahn sei „mehr als ein Infrastrukturprojekt“, sagt sie, sie werde zu einem Motor für Investitionen, Kooperationen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Das AMS Steiermark will die Verbindung aktiv nutzen. Gemeinsam mit dem AMS Kärnten sollen Arbeitssuchende beider Bundesländer künftig dort vermittelt werden, wo Bedarf herrscht, überregional, vernetzt und schneller als bisher. Die neue Bahnstrecke könnte so zu einer wichtigen Säule des Arbeitsmarkt-Süd werden.