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Auf dem Foto von www.5min.at sieht man den steirischen Wirtschaftskammerpräsidenten Josef Herk und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg.
WKO Steiermark Präsident Josef Herk (r.) und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg: „Das Wirtschaftsklima ist und bleibt frostig, die Erholungstendenzen zögerlich. Wir brauchen eine Entlastung des Faktors Arbeit und bei den Energiepreisen.“

Steirische Wirtschaft steckt fest: Erholung bleibt weiter zögerlich

Die steirische Wirtschaft kommt nicht aus der Schwächephase: Laut aktuellem Wirtschaftsbarometer der WKO Steiermark bleibt das Klima rau, von einer echten Trendwende kann keine Rede sein.

von Leema Mohsenzada-Slaje Auf dem Foto auf www.5min.at sieht man Leema Mohsenzada-Slaje.
1 Minute Lesezeit(228 Wörter)

Die aktuelle Konjunkturumfrage der WKO Steiermark zeichnet ein frostiges Bild: 60,7 % der befragten 784 Unternehmen melden eine Verschlechterung der Lage, nur 6 % sehen eine Verbesserung. Der Saldenwert liegt damit bei -54,7 Prozentpunkten, etwas besser als bei der letzten Befragung, aber noch klar im negativen Bereich. Sorgen bereiten vor allem die Erwartungen: Der Saldo für das künftige Wirtschaftsklima rutscht von -26,6 auf -43,2 Prozentpunkte ab. Mehr als die Hälfte der Unternehmen blickt skeptisch auf die kommenden zwölf Monate.

Umsätze wackeln, Preise steigen

  • Umsatz: Saldo aktuell bei -4,1 Prozentpunkten.
  • Auftragslage: verschlechtert, Saldo -12,3 Prozentpunkte.
  • Investitionen: weiterhin rückläufig, Saldo -10,5 Prozentpunkte, Erwartungen noch schwächer.
  • Beschäftigung: knapp unter Null, Unternehmen halten sich mit Neueinstellungen zurück.
  • Einziger klarer Pluspunkt bleibt das Preisniveau: Viele Betriebe haben ihre Verkaufspreise angehoben und rechnen weiter mit Steigerungen. Haupttreiber sind Löhne, Gehälter und Energiekosten.
Auf dem Foto von www.5min.at sieht man den steirischen Wirtschaftskammerpräsidenten Josef Herk und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg.
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WKO Steiermark Präsident Josef Herk (r.) und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg: „Das Wirtschaftsklima ist und bleibt frostig, die Erholungstendenzen zögerlich. Wir brauchen eine Entlastung des Faktors Arbeit und bei den Energiepreisen.“

Hohe Kosten, viel Bürokratie

Was die Betriebe am meisten belastet, ist klar:

  • 75,7 % kritisieren hohe Arbeitskosten.
  • 52,5 % sehen die Steuer- und Abgabenlast als massives Problem.
  • 48,8 % kämpfen mit hohen Energiekosten.
  • Rund die Hälfte stört sich an Bürokratie und regulatorischen Vorgaben.
  • Dazu kommen Nachfrageschwäche, zu geringe Profitabilität und weiterhin fehlende Fachkräfte, trotz bereits länger anhaltender Rezessionsphase.

Regionen im Gegenwind

Auch regional zeigt sich ein differenziertes Bild: Besonders düster ist die Stimmung in der Süd-/Weststeiermark und in der Oststeiermark, wo die Saldenwerte beim Wirtschaftsklima deutlich unter dem steirischen Durchschnitt liegen. Etwas weniger pessimistisch, aber weiterhin angespannt, präsentieren sich Murau-Murtal und Liezen. Am skeptischsten blickt der Großraum Graz in die Zukunft, hier liegt der Erwartungssaldo beim Wirtschaftsklima bei fast -49 Prozentpunkten.

Kleinbetriebe kämpfen, Große halten besser durch

Nach Betriebsgröße zeigen sich Unterschiede: Ein-Personen-Unternehmen empfinden das Umfeld als „äußerst rau“, viele kämpfen mit Umsatzeinbußen. Klein- und Mittelbetriebe spüren die Konjunkturschwäche besonders deutlich, viele Salden rutschen weiter ins Minus. Großunternehmen schlagen sich vergleichsweise besser: Hier liegt der Umsatzsaldo noch im Plus, die Erwartungen sind leicht überwiegend positiv, auch wenn von stabilen Verhältnissen keine Rede sein kann.

Das fordert die WKO

  • Entlastung des Faktors Arbeit und keine neuen Steuern oder Abgaben.
  • Senkung der Energiekosten, insbesondere für energieintensive Betriebe.
  • Schnellere Genehmigungsverfahren und weniger Bürokratie.
  • Strukturreformen und eine konsequente Verfahrensbeschleunigung.
  • Dazu kommen wirtschaftspolitische Projekte wie die Nutzung der Chancen entlang der neuen Koralmbahn-Achse Graz–Klagenfurt, die mit der Dachmarke „Area Süd“ als Standortfaktor aufgebaut werden soll.
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