Steirische Wirtschaft steckt fest: Erholung bleibt weiter zögerlich
Die steirische Wirtschaft kommt nicht aus der Schwächephase: Laut aktuellem Wirtschaftsbarometer der WKO Steiermark bleibt das Klima rau, von einer echten Trendwende kann keine Rede sein.
Die aktuelle Konjunkturumfrage der WKO Steiermark zeichnet ein frostiges Bild: 60,7 % der befragten 784 Unternehmen melden eine Verschlechterung der Lage, nur 6 % sehen eine Verbesserung. Der Saldenwert liegt damit bei -54,7 Prozentpunkten, etwas besser als bei der letzten Befragung, aber noch klar im negativen Bereich. Sorgen bereiten vor allem die Erwartungen: Der Saldo für das künftige Wirtschaftsklima rutscht von -26,6 auf -43,2 Prozentpunkte ab. Mehr als die Hälfte der Unternehmen blickt skeptisch auf die kommenden zwölf Monate.
Umsätze wackeln, Preise steigen
- Umsatz: Saldo aktuell bei -4,1 Prozentpunkten.
- Auftragslage: verschlechtert, Saldo -12,3 Prozentpunkte.
- Investitionen: weiterhin rückläufig, Saldo -10,5 Prozentpunkte, Erwartungen noch schwächer.
- Beschäftigung: knapp unter Null, Unternehmen halten sich mit Neueinstellungen zurück.
- Einziger klarer Pluspunkt bleibt das Preisniveau: Viele Betriebe haben ihre Verkaufspreise angehoben und rechnen weiter mit Steigerungen. Haupttreiber sind Löhne, Gehälter und Energiekosten.
Hohe Kosten, viel Bürokratie
Was die Betriebe am meisten belastet, ist klar:
- 75,7 % kritisieren hohe Arbeitskosten.
- 52,5 % sehen die Steuer- und Abgabenlast als massives Problem.
- 48,8 % kämpfen mit hohen Energiekosten.
- Rund die Hälfte stört sich an Bürokratie und regulatorischen Vorgaben.
- Dazu kommen Nachfrageschwäche, zu geringe Profitabilität und weiterhin fehlende Fachkräfte, trotz bereits länger anhaltender Rezessionsphase.
Regionen im Gegenwind
Auch regional zeigt sich ein differenziertes Bild: Besonders düster ist die Stimmung in der Süd-/Weststeiermark und in der Oststeiermark, wo die Saldenwerte beim Wirtschaftsklima deutlich unter dem steirischen Durchschnitt liegen. Etwas weniger pessimistisch, aber weiterhin angespannt, präsentieren sich Murau-Murtal und Liezen. Am skeptischsten blickt der Großraum Graz in die Zukunft, hier liegt der Erwartungssaldo beim Wirtschaftsklima bei fast -49 Prozentpunkten.
Kleinbetriebe kämpfen, Große halten besser durch
Nach Betriebsgröße zeigen sich Unterschiede: Ein-Personen-Unternehmen empfinden das Umfeld als „äußerst rau“, viele kämpfen mit Umsatzeinbußen. Klein- und Mittelbetriebe spüren die Konjunkturschwäche besonders deutlich, viele Salden rutschen weiter ins Minus. Großunternehmen schlagen sich vergleichsweise besser: Hier liegt der Umsatzsaldo noch im Plus, die Erwartungen sind leicht überwiegend positiv, auch wenn von stabilen Verhältnissen keine Rede sein kann.
Das fordert die WKO
- Entlastung des Faktors Arbeit und keine neuen Steuern oder Abgaben.
- Senkung der Energiekosten, insbesondere für energieintensive Betriebe.
- Schnellere Genehmigungsverfahren und weniger Bürokratie.
- Strukturreformen und eine konsequente Verfahrensbeschleunigung.
- Dazu kommen wirtschaftspolitische Projekte wie die Nutzung der Chancen entlang der neuen Koralmbahn-Achse Graz–Klagenfurt, die mit der Dachmarke „Area Süd“ als Standortfaktor aufgebaut werden soll.