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Symbolfoto zu einem Beitrag von 5min.at: Auf einem Papier steht Insolvenz geschrieben.
Der steirische Traditionsbetrieb Wollsdorf Leder hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.

Steirischer Traditionsbetrieb insolvent: 365 Jobs betroffen

Schwere Zeiten für einen steirischen Traditionsbetrieb: Wollsdorf Leder mit Sitz bei Gleisdorf hat Insolvenz angemeldet. Nach dem Personalabbau im Herbst stehen nun 365 Dienstnehmer und hunderte Gläubiger vor ungewisser Zukunft.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(312 Wörter)
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Die nächste wirtschaftliche Hiobsbotschaft trifft die Oststeiermark: Der Lederhersteller Wollsdorf Leder ist insolvent. Sowohl die Wollsdorf Leder Schmidt & Co GmbH als auch die Wollsdorf International GmbH haben beim Landesgericht Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Das teilten der AKV und KSV1870 mit. Als Hauptgrund werden die anhaltenden Probleme in der Automobilzulieferindustrie genannt, einem zentralen Absatzmarkt des Unternehmens. Insgesamt sind von der Insolvenz 365 Dienstnehmer betroffen. Dazu kommen rund 660 Gläubiger, die nun um ihr Geld bangen müssen

Zahlen zeigen Ausmaß der Krise

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen macht deutlich, wie angespannt die Lage ist. Bei der operativen Gesellschaft stehen Aktiva von rund 10,6 Millionen Euro Verbindlichkeiten von etwa 26,7 Millionen Euro gegenüber. Noch deutlicher fällt das Ungleichgewicht bei der Holding aus: Vermögenswerte von rund 320.000 Euro treffen auf Passiva von mehr als 32 Millionen Euro. Beide Gesellschaften haben einen Sanierungsplan vorgelegt. Vorgesehen ist eine Quote von 20 Prozent für die Gläubiger, die innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Plans bezahlt werden soll. Ob dieser Weg gelingt, hängt nun von den weiteren Verhandlungen ab.

Personalabbau bereits im Herbst

Ganz überraschend kommt die Insolvenz nicht. Bereits im November hatte Wollsdorf Leder angekündigt, in der steirischen Zentrale massiv Stellen abzubauen. Damals wurde erklärt, dass Teile der Produktion ins Ausland verlagert werden. Konkret ging es um den Standort in Mexiko, wo das Unternehmen seit 2019 fertigt. Schon zuvor war Wollsdorf Leder international aufgestellt. Neben der Steiermark wurde auch in China und Kroatien produziert. Der Schritt ins Ausland sollte Kosten senken.

Traditionsbetrieb seit 1936

Wollsdorf Leder blickt auf eine lange Geschichte zurück. Gegründet wurde der Betrieb 1936 als „Weizer Gerberei Schmidt & Co“. Bis heute befindet sich das Unternehmen in Familienbesitz. Laut eigenen Angaben deckt Wollsdorf Leder die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Entwicklung des Materials bis hin zum Beledern und Nähen fertiger Bauteile.

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