Schülertransport sorgt weiter für Ärger in steirischen Gemeinden
Der Ärger über den Wegfall des Schülertransports reißt nicht ab. In Kirchberg an der Raab und anderen steirischen Gemeinden warten Familien weiter auf Entlastung. Die Stellungnahme der FPÖ-ÖVP-Koalition bleibt für viele zu vage.
Die Antwort der steirischen Landesregierung auf eine Initiative der Grünen zum Schülertransport liegt seit Anfang Jänner vor. Für viele betroffene Familien bringt sie jedoch keine spürbare Erleichterung. Statt konkreter Schritte verweist das Land auf bestehende Zuständigkeiten, laufende Abstimmungen und Arbeitsgruppen. Wie und wann sich die Situation für Schüler tatsächlich verbessert, bleibt offen.
Schulbeginn als Wendepunkt
Besonders sichtbar wurden die Probleme zu Schulbeginn in Kirchberg an der Raab. Dort wurde, wie auch in anderen Gemeinden, der bisherige Schülergelegenheitsverkehr eingestellt. Die Folgen waren rasch spürbar: Kinder verpassten Anschlüsse, kamen verspätet in der Schule an, und immer mehr Eltern sahen sich gezwungen, selbst mit dem Auto einzuspringen. Vor Schulen kam es dadurch zu unübersichtlichen und teils gefährlichen Situationen.
Grüne sehen Land in der Pflicht
Die Grünen haben das Thema daraufhin auf Gemeinde- und Landesebene eingebracht. Im Landtag wird es aktuell auch im Ausschuss für Verkehr und Infrastruktur behandelt. Mobilitätssprecher Lambert Schönleitner zeigt sich unzufrieden mit der Antwort der Regierung: „Die Stellungnahme der Landesregierung erklärt ausführlich, wie kompliziert alles ist.“ Für ihn ist aber entscheidend: „Fakt ist: Es gibt ein Problem – und es trifft Kinder wie Eltern im Alltag.“ Die FPÖ-ÖVP-Landesregierung stehe hier klar in der Verantwortung, Lösungen voranzutreiben.
Gemeinde versucht gegenzusteuern
Auch in Kirchberg an der Raab selbst wächst der Druck. Grünen-Gemeinderätin Katja Maurer bestätigt: „Dass die Abläufe nicht rund laufen, steht offenbar für alle Ebenen außer Zweifel.“ Um zumindest vor Ort etwas zu bewegen, wurde gemeinsam mit dem örtlichen Elternverein eine Taskforce eingerichtet. Darin arbeiten Vertreter:innen der Gemeinde mit dem Ziel, parteiübergreifend eine tragfähige Lösung für die betroffenen Familien zu finden.
Alte Regeln, neue Probleme
Im Zentrum der Kritik stehen veraltete bundesgesetzliche Vorgaben. Diese stammen noch aus dem Jahr 1967 und definieren lange Fußwege und Wartezeiten für Kinder als zumutbar, unabhängig vom Alter oder von tatsächlichen Gefahrenstellen. Genau hier sehen viele Gemeinden ihre Grenzen erreicht. Für Maurer geht es letztlich um etwas ganz Alltägliches, aber Entscheidendes: „Dass Kinder sicher zur Schule und Eltern beruhigt zur Arbeit kommen können.“ Darauf warten viele Familien in der Steiermark weiterhin.