Weltkrebstag: Jährlich erkranken 7.000 Menschen in der Steiermark
Circa 7.000 Menschen erkranken in der Steiermark jedes Jahr an Krebs. Moderne Therapien, enge Zusammenarbeit von Experten und gezielte Vorsorge sorgen jedoch dafür, dass Überlebenschancen und Lebensqualität deutlich steigen.
Rund 7.000 Menschen erkranken in der Steiermark jedes Jahr an Krebs, Tendenz steigend. Doch moderne Onkologie, interdisziplinäre Zusammenarbeit und gezielte Vorsorge sorgen dafür, dass sich die Überlebenschancen vieler Patienten deutlich verbessert haben. Allein im Jahr 2025 wurden in den steirischen Spitälern der KAGes mehr als 9.300 Menschen mit onkologischen Hauptdiagnosen stationär behandelt. Rund 51 Prozent waren Männer, 49 Prozent Frauen. Etwa 80 Betroffene waren unter 18 Jahre alt. Das durchschnittliche Alter lag bei Männern bei 66,8 Jahren, bei Frauen bei 65,2 Jahren. Zu den häufigsten Krebsarten zählen bei Männern Haut-, Prostata-, Lungen- und Darmkrebs, bei Frauen steht Brustkrebs an erster Stelle, gefolgt von Haut-, Lungen-, Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Schlüssel
„Eine optimale Krebsbehandlung braucht viele Professionen, die eng zusammenarbeiten“, erklärt Dr. Peter Krippl, Ärztlicher Direktor des LKH Oststeiermark. Von der Diagnose bis zur Therapie seien zahlreiche Fachrichtungen beteiligt, darunter Pathologie, Radiologie, Hämato-Onkologie, Chirurgie, Strahlentherapie sowie Pflege, Psychologie und medizinisch-technische Dienste. In der Steiermark ist eine flächendeckende, wohnortnahe Versorgung sichergestellt. Neben dem onkologischen Zentrum in Graz werden Patienten auch in Leoben und Fürstenfeld medikamentös behandelt. In sogenannten Tumorboards entscheiden Experten gemeinsam über die beste individuelle Therapie. Zum Einsatz kommen moderne Chemotherapien, Immun- und Antikörpertherapien, Strahlentherapie sowie zunehmend personalisierte Behandlungsansätze. Ein wichtiger Fortschritt ist zudem die roboterassistierte Chirurgie mit dem Da-Vinci-System, die präzisere Eingriffe, weniger Schmerzen und eine schnellere Erholung ermöglicht.
Früherkennung rettet Leben
Neben der Therapie spielt die Vorsorge eine entscheidende Rolle. „Wird Brustkrebs früh erkannt, liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei bis zu 100 Prozent“, betont Dr.in Gunda Pristauz-Telsnigg, Abteilungsvorständin für Frauenheilkunde in Feldbach. Das nationale Mammographie-Screening für Frauen zwischen 45 und 74 Jahren sei dabei ein zentraler Baustein. Auch die HPV-Impfung gilt als Meilenstein in der Krebsprävention. „Mit hoher Durchimpfungsrate kann Gebärmutterhalskrebs nahezu eliminiert werden“, so Pristauz-Telsnigg. Für Männer hebt Dr. Thomas Alber, Vorstand der Urologie am LKH Hochsteiermark, die Bedeutung der Vorsorge hervor: „Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Wird er früh erkannt, bestehen sehr gute Heilungschancen.“ Moderne Bluttests und Bildgebung stehen heute im Vordergrund, invasive Untersuchungen sind oft nicht mehr notwendig.
Gute Nachricht zum Weltkrebstag: Fruchtbarkeit kann oft erhalten werden
Eine besonders positive Entwicklung betrifft junge Krebspatienten: Die Fruchtbarkeit lässt sich heute häufig bewahren. Moderne Methoden wie die Kryokonservierung von Eizellen, Spermien oder Gewebe eröffnen realistische Perspektiven auf eine spätere Familiengründung. „Fertilitätsprotektion bedeutet immer auch Hoffnung auf ein Leben nach dem Krebs“, sagt Martina Kollmann, Leiterin des Kinderwunschzentrums am Uniklinikum Graz. Aufklärung über diese Möglichkeiten ist heute fester Bestandteil medizinischer Leitlinien. Am Uniklinikum Graz werden jährlich bei 30 bis 40 Frauen sowie rund 50 Männern Eizellen oder Samenzellen kryokonserviert. Auch Kinder und Jugendliche profitieren zunehmend von diesen Angeboten.