Spitalsreform in der Steiermark: Jetzt startet die Umsetzung
Nach monatelangen Diskussionen nimmt die Reform der steirischen Spitalslandschaft konkret Gestalt an. Der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) steht, nun liegt auch der Fahrplan für die Umsetzung vor.
Den Auftakt macht der Bezirk Liezen: In Bad Aussee wird die Chirurgie nach Rottenmann verlegt, im Gegenzug entsteht dort eine Abteilung für Akutgeriatrie und Remobilisation. Der Start ist für April vorgesehen. Die Umsetzung sei organisatorisch vorbereitet, heißt es vonseiten der Kages. Voraussetzung bleibt jedoch die formale Kooperation mit der Klinik Bad Ischl in Oberösterreich, die künftig verstärkt steirische Patienten übernehmen soll. Die Verhandlungen dazu seien weit fortgeschritten, so aus einem Bericht der Kronen Zeitung.
Erste Schritte noch im Frühjahr
In Rottenmann selbst sorgt vor allem die bauliche Situation für Diskussionen. Während Kritiker auf einen Sanierungsstau verweisen, betont die Spitalsgesellschaft, das Haus sei grundsätzlich sanierbar. Geplant ist eine Neuordnung der Ambulanzen im Erdgeschoß, die Bettenstationen sollen neu strukturiert werden. Zusätzlich ist ein Neubau für Verwaltung und Palliativstation vorgesehen.
Verlagerungen und Reduktionen
Auch andere Regionen stehen vor Veränderungen. In Hartberg wird im zweiten Quartal 2026 die Zahl der Betten in der Geburtshilfe reduziert. Hintergrund ist ein deutlicher Rückgang der Geburtenzahlen, zuletzt waren es rund 500 pro Jahr. Die Versorgung bleibe gesichert, versichert die Kages. In Bad Radkersburg beginnt heuer die schrittweise Verlagerung der Orthopädie nach Deutschlandsberg. Parallel dazu wird das Angebot für Remobilisation und Nachsorge bis 2028 ausgebaut. Die vollständige Übersiedelung der Orthopädie ist erst für 2029 oder 2030 geplant, da bauliche Anpassungen in Deutschlandsberg notwendig sind. Im LKH-Verbund Hochsteiermark wird die Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie von Leoben nach Bruck an der Mur verlegt. Bis Jahresende folgt dort eine dermatologische Tagesklinik, 2027 ist die Eröffnung einer Psychiatrie vorgesehen.
Neue Rolle der Landeskrankenhäuser
Neben strukturellen Anpassungen in den Häusern zeichnet sich auch ein strategischer Kurswechsel ab. Die Kages will verstärkt Aufgaben übernehmen, die bisher dem niedergelassenen Bereich zugeordnet waren. In mehreren Regionen betreibt man bereits Einrichtungen für Kinder- oder Frauengesundheit. Weitere Gesundheitszentren sind geplant, unter anderem in Bad Radkersburg und Murau. Zudem wird an einem Modell gearbeitet, das es niedergelassenen Ärzten ermöglichen soll, sich stundenweise in Landeskrankenhäusern einzumieten. Ziel ist es, Versorgungslücken, vor allem in Randregionen, zu schließen und gleichzeitig bestehende Infrastruktur effizienter zu nutzen. Der RSG sieht vor, alle 20 steirischen Spitalsstandorte zu erhalten, allerdings mit teils deutlich veränderten Schwerpunkten. Bis 2030 soll die Spitalslandschaft neu geordnet sein.