AMS Steiermark: So sieht es derzeit am Arbeitsmarkt aus
Die Arbeitslosigkeit in der Steiermark ist im Februar weiter gestiegen. 46.292 Menschen sind ohne Job gemeldet, inklusive Schulungen sind es 54.782. Gleichzeitig sinkt die Zahl der offenen Stellen deutlich.
Der Februar bringt keine Entspannung am steirischen Arbeitsmarkt. Mit Stichtag Monatsende waren 46.292 Personen arbeitslos gemeldet, ein Plus von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rechnet man die 8.490 Personen in Schulungen hinzu, sind insgesamt 54.782 Steirer ohne Arbeit. Auch die Beschäftigung ist leicht rückläufig. Rund 533.000 Menschen stehen aktuell in einem unselbstständigen Dienstverhältnis, das sind etwa 3.000 weniger als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8,0 Prozent, um 0,3 Prozentpunkte höher als im Februar 2025.
Deutlich weniger offene Jobs
Parallel dazu schrumpft der Stellenmarkt. 9.857 offene Stellen waren Ende Februar beim AMS gemeldet. Das sind um 985 weniger als im Vorjahr, ein Rückgang von 9,1 Prozent. Vor allem in Industrie und einzelnen Dienstleistungsbereichen bleibt die Lage angespannt. AMS-Landesgeschäftsführer Karl-Heinz Snobe spricht von einer differenzierten Entwicklung: Während die Zahl arbeitsloser Männer nur moderat steigt, gibt es bei Frauen einen deutlich stärkeren Zuwachs. Besonders problematisch sei die steigende Langzeitarbeitslosigkeit. „Wir reagieren mit gezielten Qualifizierungen und intensiver Betreuung, um Menschen rasch und nachhaltig wieder in Beschäftigung zu bringen“, so Snobe.
Arbeitsprogramm 2026: Tempo, Qualifizierung, Betriebe
Mit dem neuen Arbeitsprogramm für 2026 setzt das AMS auf eine klare Linie. Ziel ist es, Arbeitslose schneller in Jobs zu bringen und gleichzeitig dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Der Ausblick: Die Gesamtbeschäftigung soll 2026 mit rund 547.000 unselbstständig Erwerbstätigen weitgehend stabil bleiben. Die Zahl der arbeitslos Vorgemerkten dürfte leicht steigen. Während der Dienstleistungsbereich wächst, bleibt die Situation in der Industrie schwierig. „2026 ist ein Jahr der klaren Taten“, betont Snobe. „Jetzt geht es darum, Potenziale zu heben und gemeinsam mit der Wirtschaft Lösungen zu schaffen.“
Kein Jugendlicher länger als sechs Monate ohne Angebot
Ein zentrales Ziel bleibt die Jugendbeschäftigung. Kein Arbeitssuchender unter 25 Jahren soll länger als sechs Monate ohne konkretes Angebot bleiben. Lehrplatzsuche, Praktika und betriebsnahe Ausbildungsmodelle werden weiter ausgebaut. Um den Fachkräftebedarf zu decken, investiert das AMS gezielt in Zukunftsbereiche wie Pflege, Handwerk, Technik, Digitalisierung und Green Jobs. Arbeitsplatznahe Ausbildungsformen wie AQUA oder Implacementstiftungen werden verstärkt eingesetzt. Auch ältere Arbeitsuchende („Aktion 55+“), Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger sowie Menschen mit Migrationserfahrung erhalten zusätzliche Unterstützung.
Kampf gegen die „Jahresgrenze“
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit. Spätestens ab dem siebenten Monat sollen Betroffene intensiver betreut werden, um ein Abrutschen über die kritische Zwölf-Monats-Grenze zu verhindern. Frauen werden weiterhin überproportional gefördert, etwa durch Programme wie „Frauen in Handwerk und Technik“ (FiT) oder spezielle Weiterbildungsangebote. Für 2026 stehen dem AMS Steiermark rund 171 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Das Land Steiermark steuert zusätzlich sieben Millionen Euro bei. Rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten Arbeitsuchende und Unternehmen bei Vermittlung, Qualifizierung und Personalgewinnung.
SPÖ Graz: Grazer Arbeitslosenzahlen müssen Alarmglocken schrillen lassen
Die heute vom AMS veröffentlichten Arbeitslosenzahlen zeigen in Graz einen Anstieg von über fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für die Grazer SPÖ Vorsitzende LAbg. Doris Kampus sind diese Zahlen besorgniserregend. Sie fordert endlich Maßnahmen der blau-schwarzen Landesregierung: „Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Graz macht mir große Sorgen und müsste bei der blau-schwarzen Landesregierung die Alarmglocken schrillen lassen. Über 22.300 Grazerinnen und Grazer haben derzeit keinen Job. Das sind tausende Einzelschicksale, die der Politik nicht egal sein dürfen. FPÖ und ÖVP müssen daher endlich ins Tun kommen und gezielte Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit in der Steiermark setzen“, sagt Kampus, die vor allem gegen die steigenden Zahlen bei Frauen Sofortmaßnahmen fordert. „Die heute veröffentlichten Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg bei arbeitslosen Frauen. Das dürfen wir so nicht hinnehmen. Es braucht daher dringender denn je, die von der steirischen Sozialdemokratie bereits im Landtag geforderte Qualifizierungsoffensive für Frauen. Ich fordere die Landesregierung und insbesondere den zuständigen Landesrat Ehrenhöfer daher dringend auf, ihren Stillstand im Bereich der Arbeitsmarktpolitik zu beenden und endlich Maßnahmen zu setzen. Ansonsten werden die Zahlen weiter steigen“, so die Grazer SPÖ Spitzenkandidatin, die zudem einmal mehr fordert die Chancen der Koralmbahn nicht zu verpassen.