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Foto auf 5min.at zeigt das Netzwerktreffen Gewaltprävention mit Expertinnen und Experten sowie Regierungsvertretern und Klubobleuten: Austausch intensivieren und Netzwerk enger knüpfen als Ziel.
Politik und Fachleute trafen sich in Graz zu einem Netzwerktreffen, um Maßnahmen zur Gewaltprävention in der Steiermark zu besprechen.

Prävention: Netzwerk gegen Gewalt an Frauen soll gestärkt werden

Nach den jüngsten Femiziden trafen sich in Graz Politik und Fachleute. Bei einem Netzwerktreffen wurde beraten, wie Gewaltprävention in der Steiermark weiter gestärkt werden kann.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
3 Minuten Lesezeit(580 Wörter)

Die jüngsten Femizide in der Steiermark Ende 2025 und Anfang 2026 haben im Land große Betroffenheit ausgelöst. Vor diesem Hintergrund fand am Donnerstag (12. März 2026) in Graz ein Netzwerktreffen zur Gewaltprävention statt. Eingeladen hatte Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP). Ziel war es, bestehende Initiativen sichtbar zu machen und den Austausch zwischen Politik, Behörden und Fachstellen weiter zu vertiefen.

Foto auf 5min.at zeigt Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom.
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Auf Einladung von Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom kamen heute Donnerstag (12. März 2026) politische Vertreter und Experten zu einem Netzwerktreffen zusammen, um Gewaltprävention in der Steiermark noch weiter zu stärken. „Das ist ein zentrales gesellschaftliches Anliegen“, betonte Khom.

„Zentrales gesellschaftliches Anliegen“

Khom betonte zu Beginn des Treffens die Bedeutung der Zusammenarbeit: „dass nur durch eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteurinnen und Akteure – aus Sozialbereich, Gewaltschutz, Gesundheitswesen, Exekutive, Justiz und Politik – wirksame präventive Schritte gesetzt werden können. Gewaltprävention ist ein zentrales gesellschaftliches Thema und eine Aufgabe, die nur gemeinsam gelingen kann.“ Die Steiermark verfüge bereits über ein funktionierendes Netzwerk. Beratungsstellen gibt es in allen Regionen, zudem koordiniert ein Dachverband die Zusammenarbeit der Einrichtungen. Diese Treffen dienen dem Ziel, den Austausch zu intensivieren und das Netzwerk noch enger zu knüpfen.

Breite Beteiligung aus Politik und Fachwelt

Am Netzwerktreffen nahmen neben Khom auch Soziallandesrat Hannes Amesbauer (FPÖ) sowie Vertreterinnen und Vertreter aller Landtagsparteien teil: Kerstin Zambo (FPÖ), Martina Kaufmann (ÖVP), Helga Ahrer (SPÖ), Sandra Krautwaschl (Grüne), Robert Reif (NEOS) und Claudia Klima-Weithaler (KPÖ). Auch zahlreiche Fachleute aus Gewaltschutz, Justiz, Medizin und Beratung waren vertreten. Darunter Michaela Gosch von den Frauenhäusern Steiermark, Forensik-Primaria Eva Kada, Marina Sorgo vom Gewaltschutzzentrum, Richterin Elisabeth Juschitz sowie Oberst Rene Kornberger vom Landeskriminalamt. Weitere Teilnehmende kamen unter anderem aus Männerberatung, Psychiatrie und Beratungsstellen für Betroffene.

Foto auf 5min.at zeigt Soziallandesrat Hannes Amesbauer.
©Land Steiermark/Robert Binder
Soziallandesrat Hannes Amesbauer betonte den „überparteilichen und ressortübergreifenden Austausch mit Fachleuten aus allen relevanten Bereichen“.

Mehr Geld für Gewaltschutz

Soziallandesrat Hannes Amesbauer hob hervor, dass Gewaltschutz im Sozialressort hohe Priorität habe. „Trotz budgetärer Herausforderungen war es uns wichtig, alle regionalen Kinderschutzzentren weiterhin zu fördern. Gleichzeitig haben wir die Mittel für das Gewaltschutzzentrum deutlich erhöht – um 100.000 Euro auf insgesamt 527.000 Euro im Jahr 2026.“ Er betonte außerdem den „überparteilichen und ressortübergreifenden Austausch mit Fachleuten aus allen relevanten Bereichen“.

Zahlen zeigen Ausmaß des Problems

Seit 2021 bildet die Gleichstellungsstrategie des Landes Steiermark einen Rahmen für Maßnahmen gegen Gewalt. Sie macht die „Freiheit von Gewalt“ zur Querschnittsaufgabe für Landeseinrichtungen. Neben Frauenhäusern und dem Gewaltschutzzentrum gibt es steiermarkweit 21 Außenstellen. Die Zahlen zeigen den Bedarf: Im Jahr 2024 verhängten Polizei und Gerichte 1.499 Betretungs- und Annäherungsverbote. Außerdem fanden 364 Frauen und Kinder Schutz in den beiden Frauenhäusern in Graz und Kapfenberg.

Krautwaschl: „Gerade in diesem Bereich ist Zusammenarbeit enorm wichtig“

Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl bedankte sich für den offenen Austausch und die gute Vernetzung. „Gerade in diesem Bereich ist Zusammenarbeit enorm wichtig. Der heutige Austausch hat einmal mehr gezeigt, wie unverzichtbar die Arbeit der vielen Einrichtungen im Gewaltschutz ist“, so Krautwaschl. Positiv bewertet sie die klare Unterstützung für die Wiederaufnahme des Gewaltschutzbeirats – ein Anliegen, auf das die Grünen wiederholt gedrängt hatten und das nun erreicht werden konnte – sowie die Zusage, künftig auch die Opposition zu dessen Sitzungen einzuladen. Gleichzeitig warnte Krautwaschl erneut vor den Folgen aktueller Kürzungen in zentralen Bereichen der Präventionsarbeit: „Die Kürzungen dieser Landesregierung bei Sozialleistungen und konkreten Angeboten in der Frauenberatung, Suchtprävention oder Antidiskriminierungsarbeit verschärfen Probleme, statt sie zu lösen. Was diese Angebote bewirken, fällt oft erst auf, wenn sie fehlen – dabei verhindern sie jeden Tag, dass Konflikte eskalieren und Gewalt überhaupt entsteht. Wenn diese Arbeit geschwächt wird, zahlen wir am Ende alle einen hohen sozialen und auch finanziellen Preis“, so Krautwaschl.

Foto auf 5min.at zeigt Sandra Krautwaschl
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Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl bedankte sich für den offenen Austausch und die gute Vernetzung.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 12.03.2026 um 17:03 Uhr aktualisiert
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