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/ ©Department Kunststofftechnik Leoben
Foto auf 5min.at zeigt Steffen Stelzer.
Der international erfahrene Werkstoffexperte Dr. Dr. Steffen Stelzer kehrt nach Leoben zurück.

Weltweite Karriere – jetzt wird Steirer Professor in Leoben

Vom internationalen Industrieprojekt zurück in die Heimat: Der gebürtige Leobener Dr. Dr. Steffen Stelzer wird Professor an der Montanuniversität. Seine Schwerpunkte liegen auf Verbundwerkstoffen und Recycling.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
3 Minuten Lesezeit(503 Wörter)

Die Montanuniversität Leoben hat einen neuen Professor: Dr. Dr. Steffen Stelzer übernimmt die Professur für Verarbeitung von Verbundwerkstoffen und Design for Recycling. Der Werkstoffexperte ist in Leoben aufgewachsen und hat selbst an der Montanuniversität studiert. Nach vielen Jahren internationaler Industrieerfahrung kehrt er nun an seine Alma Mater zurück. „Ich bringe zwei Dinge mit, die mir wichtig sind: Wurzeln und Flügel“, sagt Stelzer. „Die Wurzeln stehen für Bodenständigkeit und Substanz in Forschung und Lehre. Die Flügel für Perspektivenwechsel, Kooperationen und Innovation an den Grenzflächen von Disziplinen.“

Vom Prüflabor zu internationalen Großprojekten

Nach seinem Studium und Doktorat im Bereich Kunststofftechnik an der Montanuniversität war Stelzer zunächst am Aufbau des Bauteilprüffelds und des Reliability Lab beteiligt. Außerdem engagierte er sich in europäischen Normungsgremien. Später wechselte er in die Industrie. Dort verantwortete er unter anderem Entwicklungsarbeit bei einem steirischen Hightech-Unternehmen und leitete als Geschäftsführer internationale Projekte, etwa in den Bereichen 5G, Satellitenkommunikation und Leichtbau für die Luftfahrt. Zuletzt arbeitete er bei einem führenden Hersteller von Leiterplatten und Substraten am Aufbau eines neuen, hochautomatisierten Werks mit. „Ein Industrieprojekt dieser Größenordnung von der Baugrube bis zum laufenden Betrieb mitzugestalten, war die Erfahrung meines Lebens“, so Stelzer.

Fokus auf Prozesse und Recycling

In seiner Forschung will sich Stelzer vor allem mit den Prozessen der Verbundwerkstoffverarbeitung beschäftigen. Dabei geht es unter anderem um Material- und Harzverhalten, Sensorik und datenunterstützte Fertigung. Die Erkenntnisse sollen sowohl in klassischen Anwendungen mit Endlosfasern als auch in Bereichen wie Elektronik, Mikroelektronik, Rechenzentrums-Technologien und Mobilität genutzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist „Design for Recycling“. Ziel ist es, Verbundsysteme so zu entwickeln, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus effizient wiederverwertet werden können. „Die Frage ‚Was passiert danach?‘ muss bereits im Design beantwortet werden. Das ist technologisch anspruchsvoll – und zentral für Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit in Europa“, betont Stelzer.

Foto auf 5min.at zeigt Steffen Stelzer.
©Department Kunststofftechnik Leoben
Der gebürtige Leobener Steffen Stelzer bringt Industrieerfahrung aus Mikroelektronik, Luftfahrt und Mobilität an die Montanuni mit.

Forschung und Praxis enger verbinden

Auch in der Lehre möchte der neue Professor neue Akzente setzen. Geplant sind forschungsnahe Lehrmodule, interdisziplinäre Zusammenarbeit und ein starker Praxisbezug. Studierende sollen früh mit realen Problemstellungen aus der Industrie arbeiten. „Es braucht beides: exzellente Theorie und Umsetzungskompetenz. Wer Prozesse versteht und in der Lage ist, Lösungen auf den Shopfloor zu bringen, wird auch in einer KI-geprägten Zukunft unverzichtbar sein“, erklärt Stelzer.

Verbunden mit Region und Bergen

Der gebürtige Leobener freut sich besonders über die Rückkehr in seine Heimatstadt. Auch privat ist er eng mit der Region verbunden: In seiner Freizeit ist Stelzer häufig in den Bergen unterwegs und als Tourenführer im Alpenverein aktiv. Seine Begeisterung für Materialien begleitet ihn auch dort, etwa beim selbstgebauten Ski oder beim High-Performance-Bike. „Berge versetzen – das ist mehr als ein Motto“, sagt Stelzer. „Es ist ein Auftrag, Technologien so zu entwickeln, dass sie ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und gesellschaftlich wirksam sind. Daran möchte ich mit Studierenden, Kolleginnen und Partnern arbeiten.“

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