Steirische Reha Aflenz vor dem Aus: 135 Jobs und Versorgung in Gefahr
Eine traditionsreiche Reha-Klinik in der Steiermark steht vor dem Aus, 135 Jobs sind in Gefahr: Die geplante Schließung in Aflenz sorgt für massive Kritik, Proteste und große Sorgen um Patienten, Mitarbeiter und eine ganze Region.
Die geplante Schließung der Reha-Einrichtung in Aflenz sorgt weiterhin für breite Kritik und zunehmende Verunsicherung. Neben Protesten vor Ort und einer Petition mit mehr als 10.000 Unterstützern melden sich nun auch mehrere ehemalige Führungskräfte der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) mit deutlichen Worten zu Wort. In einem offenen Brief äußern sie sich „zutiefst irritiert und besorgt“ über die Pläne, den etablierten Standort aufzulassen und stattdessen die Kapazitäten in St. Radegund auszubauen.
Kritik an Schließungsplänen
Konkret sieht das Vorhaben vor, die Einrichtung in Aflenz zu schließen und einen neuen Zubau mit rund 100 Betten in St. Radegund zu errichten. Für die ehemaligen Verantwortlichen ist dieser Schritt nicht nachvollziehbar. Sie verweisen darauf, dass der Bedarf an Rehabilitationsplätzen, insbesondere für Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas, weiterhin hoch sei. Gerade deshalb sei es unverständlich, einen funktionierenden Standort aufzugeben.
Qualität und Erfahrung in Gefahr
Ein zentraler Punkt der Kritik betrifft die Qualität der Einrichtung. Laut den Unterzeichnern habe sich die Reha Aflenz über Jahre hinweg durch hohe Patientenzufriedenheit und stabile Teams ausgezeichnet. Diese gewachsenen Strukturen könnten durch eine Schließung verloren gehen. Ob sich ein vergleichbares Niveau an einem neuen Standort kurzfristig aufbauen lässt, wird von den ehemaligen Führungskräften bezweifelt.
135 Arbeitsplätze betroffen
Besonders große Sorgen gibt es um die Beschäftigten. Rund 135 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter leben in der Region. Ein Wechsel nach St. Radegund würde für viele einen täglichen Arbeitsweg von rund 150 Kilometern oder mehrere Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln bedeuten. Für viele dürfte das nicht machbar sein. Die Folge: Ein Abgang von erfahrenem Personal und der Verlust von Know-how, das über Jahre aufgebaut wurde. Die Reha-Einrichtung ist nicht nur ein Gesundheitsstandort, sondern auch ein zentraler wirtschaftlicher Faktor für Aflenz-Kurort. Ein Wegfall würde weitreichende Folgen haben, für den Tourismus, für lokale Betriebe und für die gesamte Infrastruktur. Auch der Status als Kurort könnte langfristig unter Druck geraten.
Auswirkungen auf die gesamte Region
Zusätzlich werfen die Kritiker wirtschaftliche Fragen auf. In den vergangenen Jahren wurde erheblich in den Standort investiert, zuletzt rund 11 Millionen Euro in eine neue Schwimmhalle. Zudem gab es Pläne, die Kapazitäten weiter auszubauen. Ein leerstehendes Gebäude wäre laut Einschätzung der ehemaligen Führungskräfte nur schwer wirtschaftlich weiterzuverwerten. Vonseiten der PVA wird die geplante Umstrukturierung anders bewertet. Ziel sei es, die medizinische Versorgung weiter zu verbessern und Kompetenzen zu bündeln. Viele Patienten mit Stoffwechselerkrankungen hätten zusätzlich Herz-Kreislauf-Probleme, weshalb eine Zusammenführung der Behandlung sinnvoll sei.