Nach Waldbränden: Grüne drängen auf neue Maßnahmen
Die Dürre sorgt in der Steiermark weiter für Alarmstimmung: Ausgetrocknete Böden, Waldbrände und Wassermangel setzen dem Land zu. Die Grünen verlangen nun konkrete Maßnahmen der Landesregierung.
Trotz angekündigter Niederschläge bleibt die Lage angespannt. Die Landwirtschaft befürchtet massive Ernteausfälle, gleichzeitig steigt die Gefahr von Waldbränden weiter an. Für die steirischen Grünen ist klar: Das Land brauche dringend eine neue Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Klubobfrau Sandra Krautwaschl spricht von einer dramatischen Entwicklung. „Die Steiermark bekommt die Auswirkungen des Klimawandels ganz besonders deutlich zu spüren. Wer jetzt nicht alles unternimmt, um die Menschen zu schützen, handelt fahrlässig.“
Waldbrand in Rein noch präsent
Besonders eindrücklich sei für Krautwaschl der große Waldbrand in Eisbach-Rein gewesen. Die Klubobfrau wohnt selbst in Rein und hat den Einsatz miterlebt. „Das war schon sehr bedrohlich: Ich hab das Gefühl gehabt, der ganze Berg hinter uns brennt.“ Gleichzeitig lobt sie den Einsatz der Feuerwehren: „Was die unzähligen Feuerwehrleute hier über Wochen geleistet haben, ist beeindruckend.“ Die Grünen fordern deshalb einen besseren Schutz vor künftigen Waldbränden. Neben mehr Bewusstseinsbildung sollen auch Löschwasserteiche ausgebaut und Löschhubschrauber schneller und koordinierter eingesetzt werden.
Wasser wird zum großen Thema
Auch bei der Wasserversorgung sehen die Grünen Handlungsbedarf. Gefordert werden Maßnahmen zur langfristigen Sicherung des Trinkwassers, ein transparentes Monitoring von Wasserentnahmen sowie Lösungen bei Nutzungskonflikten rund ums Wasser. In der Landwirtschaft brauche es laut den Grünen Unterstützungsprogramme für klimaresistente Betriebe und Maßnahmen gegen Trockenstress. Gleichzeitig müsse mehr Wasser in der Landschaft gespeichert werden. Kritik gibt es außerdem am hohen Bodenverbrauch in der Steiermark. Aktuell würden täglich rund 1,2 Hektar Boden verbraucht.
Meteorologe warnt vor weiterer Verschärfung
Der Meteorologe Alexander Podesser, ehemaliger Leiter der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik und Projektleiter des Klimaatlas Steiermark, sieht ebenfalls eine Zuspitzung der Lage. Österreich habe sich seit 1900 bereits um 3,1 Grad erwärmt – deutlich stärker als der globale Durchschnitt. Längere Dürreperioden, häufigere Hitzewellen und steigende Waldbrandgefahr seien laut Podesser typische Folgen des Klimawandels. Besonders betroffen seien der Süden und Osten der Steiermark. Graz erlebte heuer zudem den trockensten Frühling seit Beginn der Messungen im Jahr 1837.
Drei Dringliche Anfragen im Landtag
In der Landtagssitzung am 19. Mai wollen die Grünen Landeshauptmann Mario Kunasek sowie Landesrat Franz Amesbauer und Landesrätin Simone Schmiedtbauer mit den aktuellen Problemen konfrontieren. Dabei sollen konkrete Maßnahmen eingefordert werden – etwa zur Vorbereitung der Feuerwehren auf Waldbrände, zur Sicherung der Wasserversorgung und zur Eindämmung des Bodenverbrauchs.