Drei Tage neben toter Ehefrau: Neue Details erschüttern die Steiermark
Nach der tödlichen Bluttat in der Steiermark verdichten sich nun die Hinweise auf ein mögliches Motiv. Die schwere Erkrankung der 59-jährigen Ehefrau wird jetzt in den Fokus gerückt.
Nach dem mutmaßlichen Tötungsdelikt in Gersdorf an der Feistritz im Bezirk Weiz zeichnet sich nun erstmals ein mögliches Motiv ab. Wie 5 Minuten bereits berichtet hat, steht ein 64-jähriger Mann im Verdacht, seine 59-jährige Ehefrau mit einem Kleinkalibergewehr erschossen zu haben. Nun verdichten sich laut einem Bericht der Kleinen Zeitung die Hinweise darauf, dass die Krankheit der Frau und eine mögliche Überforderung des Mannes eine Rolle gespielt haben könnten.
Ehepaar lebte zurückgezogen
Das Paar soll zurückgezogen auf einem abgelegenen Gehöft in einem Waldstück im Ortsteil Gschmaier (Gemeinde Hersdorf an der Feistritz) gelebt haben. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen dürfte die Frau bereits am Sonntag getötet worden sein. Die mutmaßliche Tatwaffe, ein Kleinkalibergewehr, wurde später von Ermittlern sichergestellt. Laut Polizei soll der Mann die Waffe illegal besessen haben.
Drei Tage neben der toten Ehefrau
Besonders erschütternd: Nach der Tat dürfte der 64-Jährige mehrere Tage mit seiner bereits getöteten Ehefrau im Haus verbracht haben. In dieser Zeit soll er laut bisherigen Erkenntnissen auch mehrfach versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen. Dabei zog er sich Verletzungen zu. Erst am Mittwochnachmittag kontaktierte der Mann eine Verwandte telefonisch und schilderte ihr offenbar, was passiert war. Gleichzeitig kündigte er laut Polizei auch seinen Suizid an. Die Angehörige verständigte daraufhin sofort die Einsatzkräfte.
Cobra-Einsatz endete mit Festnahme
Da zunächst unklar war, ob der Mann bewaffnet ist, standen neben mehreren Polizeistreifen auch das Einsatzkommando Cobra und die Verhandlungsgruppe Süd im Einsatz. Schließlich gelang es den Spezialkräften, Kontakt mit dem 64-Jährigen herzustellen. Er verließ das Haus später ohne Widerstand und wurde festgenommen. Der Tatverdächtige befindet sich derzeit weiterhin in einem Krankenhaus. Wegen seiner Verletzungen konnte er bislang noch nicht von Ermittlern des Landeskriminalamtes einvernommen werden. Die Ermittlungen zum genauen Ablauf und möglichen Motiv dauern an. Die Staatsanwaltschaft Graz ordnete bereits die Obduktion der 59-Jährigen an.
Hilfe rund um die Uhr
Solltest du selbst das Gefühl haben, dass du Hilfe benötigst, so kannst du die Telefonseelsorge unter 142 kontaktieren.
Die Telefonseelsorge bietet ein kostenloses, vertrauliches und an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbares Beratungsangebot – ein offenes Ohr, Entlastung und Unterstützung für alle Anrufenden, unabhängig von deren Alter, Geschlecht, Religion und sozialer Herkunft. Du kannst die Telefonseelsorge auch online kontaktieren.
Opfer von sexueller Gewalt können sich auch an die Frauenhelpline wenden:
- Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555 (24/7, kostenlos, anonym) für Frauen und Mädchen.
Als weitere Möglichkeiten gibt es noch Gewaltschutzzentren, Frauenhäusern und in Akutfällen sollte die Polizei verständigt werden.