„Ich kann wieder einkaufen gehen“ – Assistenz bringt neue Freiheit
Wenn beeinträchtigte Menschen ins Pflegeheim kommen, fehlt ihnen oft Selbstbestimmung und Freiheit. Die Mobile Assistenz soll das ändern.
Die Mobile Assistenz der Lebenshilfe Hartberg soll Menschen mit Behinderung in Pflegeeinrichtungen unterstützen und damit ihr Lebensqualität erhöhen. „Als ich voriges Jahr unser neues Angebot in den Pflegewohnheimen der Region vorgestellt habe, waren die Rückmeldungen überaus positiv“, freut sich Gabriele Stachl. Sie leitet die Mobilen
Dienste der Lebenshilfe Hartberg.
Angebot für Menschen mit Beeinträchtigung
Das Angebot richtet sich an Menschen mit körperlicher, Sinnes-, intellektueller/kognitiver oder mehrfacher Behinderung. Bei Bedarf kann eine ergänzende Assistenz beantragt werden, wenn diese über das normale Leistungsangebot der Heime hinausgeht. Dafür gibt es eine Voraussetzung: In den letzten sechs Jahren wurde für mindestens zwölf Monate eine Leistung des Steirischen Behindertengesetzes in Anspruch genommen. Bei Bedarf unterstützt die Lebenshilfe Hartberg auch bei der Antragstellung.
„Mit meiner Assistentin kann ich Einkaufen gehen“
Obwohl es bereits Anfragen aus dem benachbarten Burgenland gibt, gilt dieses Angebot
ausschließlich für Bewohner steirischer Pflegeeinrichtungen. Derzeit werden Senioren in vier Einrichtungen der Region begleitet: im Seniorenhaus Menda in Hartberg, im Pflegekompetenzzentrum Kaindorf, im Wohn- und Pflegeheim Augustinerhof Fürstenfeld sowie im Pflegeheim Adcura in Pischelsdorf. „Mit meiner Assistentin kann ich, obwohl ich jetzt im
Pflegeheim lebe und nicht mehr so gut zu Fuß bin, wieder – wie früher – zum Einkaufen
oder auf den Friedhof gehen“, erzählt eine Heimbewohnerin.
Pflegeheime werden durch Angebot entlastet
Auch vertraute Alltagsroutinen wie Besuche der wöchentlichen Kaffeerunde im Dorfwirtshaus oder soziale Kontakte sollen dadurch erhalten bleiben. „Die Mobile Assistenz in Pflegeheimen zeigt, wie wichtig individuelle Unterstützung auch dann ist, wenn sich die Lebensumstände verändern“, so Geschäftsführer Hannes Knittelfelder. Ziel des Angebots ist es, Selbstbestimmung und Teilhabe im Alltag zu stärken und gleichzeitig Pflegeeinrichtungen zu entlasten.