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/ ©Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek
Am ehemaligen Lagerareal in Aflenz an der Sulm wurde das Konzept des begehbaren Landschaftsdenkmals präsentiert. Bernhard Schrettle, ASIST Archäologisch Soziale Initiative Steiermark, Peter Stradner, Bürgermeister der Gemeinde Wagna, Marko Mele, wissenschaftlicher Leiter des Universalmuseums Joanneum, Milica Tomić, künstlerische Leitung und Konzept, Gabriele Mackert, Leiterin des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum, Andreas Boden, studio boden, Andreas Paar, HOLCIM (Österreich) GmbH
Am Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Aflenz an der Sulm im Bezirk Leibnitz soll mit dem „Aflenz Memorial“ ein neuer, begehbarer Erinnerungsort geschaffen werden.

„Aflenz Memorial“: Hier entsteht ein begehbarer Gedenkort

Am historischen Standort des ehemaligen KZ-Außenlagers Aflenz an der Sulm soll mit dem „Aflenz Memorial“ ab Oktober 2026 ein begehbarer Erinnerungsort entstehen.

von Anja Mandler
2 Minuten Lesezeit(404 Wörter)
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Am Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Aflenz an der Sulm im Bezirk Leibnitz soll mit dem „Aflenz Memorial“ ein neuer, begehbarer Erinnerungsort geschaffen werden. Ab Oktober 2026 soll das Landschaftsdenkmal die Geschichte des Ortes, an dem während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeit, Gewalt und Tod stattfanden, wieder sichtbar und erfahrbar machen.

Historischer Ort ohne sichtbare Spuren

Vom ehemaligen Lager, das 1944 zur Rüstungsproduktion errichtet wurde, sind heute keine baulichen Überreste mehr erhalten. Dennoch waren dort zeitweise rund 650 Häftlinge untergebracht, insgesamt mussten mehr als 900 Menschen Zwangsarbeit leisten. Mindestens 62 Menschen kamen dabei infolge der extremen Arbeitsbedingungen ums Leben. Die Häftlinge stammten unter anderem aus der Sowjetunion, Polen, dem damaligen Jugoslawien, Spanien, Italien, Frankreich und dem Deutschen Reich. Nach Kriegsende wurden die Lagerstrukturen weitgehend beseitigt, die Geschichte des Ortes blieb über Jahrzehnte kaum im öffentlichen Raum sichtbar.

Landschaft als Erinnerungsraum

Das Konzept des „Aflenz Memorials“ setzt bewusst auf eine künstlerisch-landschaftliche Annäherung an die Vergangenheit. Unter der Leitung der Künstlerin Milica Tomić entsteht ein Wegesystem, das die ehemalige Struktur des Lagers im Gelände nachvollziehbar macht. Schotter- und Pfadlinien markieren Lagergrenzen, während zentrale Bereiche wie der ehemalige Appellplatz oder frühere Barackenstandorte erkennbar gemacht werden. Der Boden selbst wird dabei als „Archiv“ verstanden, das historische Spuren trägt und in die Gestaltung einfließt. Auch der landwirtschaftlich weiterhin genutzte Teil des Areals bleibt Teil des Gesamtkonzepts und soll die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart sichtbar machen.

Natur als Teil der Erinnerung

Ein zentrales Element des Projekts ist die Einbindung der Natur. Pflanzen, deren Samen bei archäobotanischen Untersuchungen im Jahr 2024 im Boden gefunden wurden, sollen wieder angesät werden. Damit wird die Vegetation selbst zum Träger der Erinnerung an die Geschichte des Ortes. Ergänzend werden auch Setzlinge aus einem nahegelegenen Wald eingebracht, in dem sich ein früheres Massengrab befand. So entsteht eine symbolische Verbindung zwischen verschiedenen Erinnerungsorten der Region.

Bildung, Begegnung und Verantwortung

Das „Aflenz Memorial“ soll nicht nur ein Gedenkort, sondern auch ein Ort der Vermittlung und Auseinandersetzung werden. Die Gemeinde Wagna übernimmt künftig die Pflege der Anlage, während ein pädagogisches Konzept Führungen, Bildungsangebote und mehrsprachige Informationsformate vorsieht. Ziel ist es, insbesondere junge Menschen und die lokale Bevölkerung in die aktive Erinnerungsarbeit einzubinden. Durch die Verbindung von Geschichte, Landschaft und künstlerischer Gestaltung soll ein Ort entstehen, der kontinuierlich zur Reflexion über Vergangenheit und Gegenwart anregt.

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