Extremismus per Smartphone: Seminar in Graz zeigt neue Gefahren
In Graz kamen Vertreter aus Politik, Bildung, Verwaltung, Sicherheit und Zivilgesellschaft zusammen. Im Fokus stand, wie religiös motivierter Extremismus junge Menschen auch online erreicht.
Der Österreichische Integrationsfonds lud am 2. Juni 2026 zu einem Multiplikatoren-Seminar nach Graz. Unter dem Titel „Religiös motivierter Extremismus: Strömungen und Trends“ ging es um aktuelle Entwicklungen und neue Formen der Radikalisierung. Auch konkrete Herausforderungen für Prävention, Integration und Sicherheitsarbeit standen auf dem Programm.
Wer dabei war
Die Veranstaltung richtete sich an ausgewählte Vertreter aus Politik, Bildung, Verwaltung, Sicherheitsbereich und Zivilgesellschaft. Sie sollen ihr Wissen weitergeben, sensibilisieren und Präventionsarbeit in ihren Bereichen stärken. Auch Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) sowie die Landesräte Karlheinz Kornhäusl (ÖVP), Hannes Amesbauer (FPÖ) und Stefan Hermann (FPÖ) informierten sich vor Ort.
Gefahr im Netz
Im Zentrum stand die Frage, wie religiöser Extremismus digitale Räume nutzt. Soziale Medien, verstärkte Inhalte durch Algorithmen und neue Formen der Online-Ansprache verändern laut Seminar die Verbreitung extremistischer Ideologien. Besonders junge Menschen können so direkt erreicht werden. Dabei gehe es nicht um Religion als persönliche Glaubensausübung, sondern um den Missbrauch von Religion für politische, ideologische und extremistische Zwecke.
Zahlen zeigen Anstieg
Auch Zahlen aus dem Verfassungsschutzbericht 2025 wurden genannt. Demnach verzeichnete die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst 306 islamistische Tathandlungen. Das entspricht einem Anstieg um 42,3 Prozent gegenüber dem Jahr 2024. Ziel des Seminars war es daher, Präventionskompetenzen zu stärken und zentrale Akteure in der Steiermark besser zu vernetzen.
Stimmen zur Prävention
Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) betonte: „Religiös motivierter Extremismus ist kein Randthema mehr. Der Terroranschlag in Villach hat uns in aller Deutlichkeit gezeigt, dass dieser bereits vor Ort angekommen ist. Die Steiermark steht klar dafür ein, Sicherheit, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt gemeinsam zu denken. Wer dauerhaft in Österreich leben möchte, muss unsere Werteordnung respektieren: Demokratie, Gleichberechtigung, Rechtsstaatlichkeit und den Vorrang unserer Rechtsordnung. Extremismusprävention gelingt nur dann, wenn wir Entwicklungen früh erkennen und gemeinsam handeln“. Landesrat Karlheinz Kornhäusl sagte: „Religiös motivierter Extremismus bedroht den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere demokratischen Grundwerte. Umso wichtiger ist es, Radikalisierung nicht nur zu bekämpfen, sondern ihr frühzeitig vorzubeugen.“