Steirer mit 1,6 Promille im Tunnel: Frau hatte keine Chance auszuweichen
Sie war zur falschen Zeit am falschen Ort. Mit 1,6 Promille verlor ein 26-Jähriger in einem Tunnel bei Graz die Kontrolle über sein Auto und krachte frontal in den Gegenverkehr. Nun wurde der Steirer vor Gericht verurteilt.
Alkohol am Steuer kann Leben zerstören. Genau das zeigte nun ein Prozess am Grazer Straflandesgericht, bei dem ein 26-jähriger Steirer für einen folgenschweren Verkehrsunfall zur Verantwortung gezogen wurde. Der junge Mann war mit 1,6 Promille unterwegs, als es im Himmelreichtunnel in Hausmannstätten zu einer Frontalkollision kam. Die entgegenkommende Lenkerin wurde dabei schwer verletzt.
Frontalcrash im Tunnel
Der Unfall ereignete sich im Bezirk Graz-Umgebung. Laut Gericht verlor der 26-Jährige im Tunnel die Kontrolle über sein Fahrzeug und geriet auf die Gegenfahrbahn. Für die entgegenkommende Autofahrerin gab es keine Möglichkeit mehr auszuweichen. Die Kollision war unvermeidbar. Noch heute leidet die Frau, die am Prozess teilnahm, unter den Folgen des schweren Unfalls. Ihre Beweglichkeit ist laut Gericht weiterhin eingeschränkt.
„Ich werde mir das nie verzeihen“
Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte reumütig. Er gab an, vor der Fahrt mehrere Bier getrunken zu haben und bereue seine Entscheidung zutiefst. „Ich werde mir das nie verzeihen.“ Besonders belastend für ihn sei die Tatsache, dass eine unschuldige Person durch sein Verhalten schwer verletzt wurde. Nach dem Unfall leistete der Mann Erste Hilfe und hielt laut Verhandlung auch später Kontakt zum Opfer, die seine Entschuldigung, laut eigenen Aussagen, annahm.
Richter findet deutliche Worte
Der Vorsitzende Richter Hanspeter Draxler fand im Grazer Straflandesgericht klare Worte. Alkohol am Steuer werde noch immer von vielen Menschen unterschätzt. Gerade bei höheren Promillewerten steige das Risiko dramatisch an. Fahrzeuge würden dann zu einer enormen Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer werden. Der Fall reiht sich in eine lange Liste schwerer Alkoholunfälle ein. Allein im Jahr 2025 wurden österreichweit mehr als 28.000 Anzeigen wegen Alkohol am Steuer registriert. Besonders alarmierend: Bereits ab 0,5 Promille verdoppelt sich das Unfallrisiko. Bei höheren Werten steigt die Gefahr um ein Vielfaches. Statistisch geht in Österreich etwa jeder elfte Verkehrstote auf einen Alkoholunfall zurück.
Urteil gefallen
Das Gericht verurteilte den bisher unbescholtenen Steirer wegen fahrlässiger Körperverletzung. Die Strafe umfasst drei Monate bedingte Haft, eine Geldstrafe von 7.200 Euro sowie ein Teilschmerzensgeld von 5.000 Euro für das Opfer.