„Kann tödlich sein“: Tierpark richtet klare Botschaft an Besucher
Viele Besucher möchten Tieren etwas Gutes tun und füttern sie. Doch das kann gefährlich werden. Der Tierpark Tragöß appelliert jetzt eindringlich an seine Gäste und erklärt, warum manche Leckereien sogar tödliche Folgen haben.
Wer den Tierpark Tragöß am Grünen See besucht, erlebt Alpakas, Lamas, Rentiere, Ziegen, Schafe oder Waschbären oft aus nächster Nähe. Viele Gäste möchten den Tieren dabei etwas Gutes tun, doch genau davor warnt der Tierpark nun eindringlich. Mit einer klaren Botschaft richtet sich das Team an alle Besucher: „Bitte nicht füttern!“ Was für viele überraschend klingt, hat einen ernsten Hintergrund.
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht
„Ein Futter für alle Tiere gibt es nicht“, erklärt der Tierpark. Jede Tierart habe ganz eigene Bedürfnisse. Während Ponys und Esel durch falsches Futter sogar schwer erkranken können, vertragen Alpakas und Lamas beispielsweise kein Getreide. Auch Rentiere benötigen eine spezielle Ernährung. Selbst Waschbären, die als Allesfresser gelten, brauchen einen abwechslungsreichen und abgestimmten Speiseplan. Deshalb wird das Futter im Tierpark individuell von den Tierpflegern zusammengestellt und vorbereitet.
Futterneid sorgt für Probleme
Ein weiterer Grund überrascht viele Besucher. Werden Tiere regelmäßig am Zaun gefüttert, gewöhnen sie sich daran und suchen gezielt nach Futter bei den Gästen. Im Tierpark möchte man jedoch, dass die Tiere freiwillig Kontakt zu Menschen aufnehmen. „Wir möchten, dass unsere Tiere zum Zaun kommen, wenn sie es möchten und nicht aus Futtergier.“ Gerade bei Alpakas und Lamas kann Futterneid zu unerwünschtem Verhalten führen. „Bei Alpakas und Lamas wird aus Futterneid gespuckt.“
Zu viel Futter kann gefährlich werden
Besonders an stark besuchten Tagen droht laut Tierpark noch ein anderes Problem: Manche Tiere fressen weit mehr, als gesund für sie ist. Vor allem Ziegen gelten als wenig wählerisch. „Ziegen haben kein Sättigungsgefühl.“ Dadurch besteht die Gefahr, dass einzelne Tiere deutlich zu viel Futter aufnehmen, während andere leer ausgehen. Besonders deutlich wird der Tierpark bei mitgebrachtem Essen. Viele Besucher würden ihren Tieren gerne Obst, Brot oder andere Snacks geben. Doch genau das könne fatale Folgen haben. „Jausenweckerl, Kuchen und Ähnliches können unsere Tiere töten.“ Wer den Tieren dennoch etwas mitbringen möchte, kann Futterspenden wie Karotten, Äpfel oder Nüsse im Shop abgeben. Dort wird geprüft, was tatsächlich geeignet ist.
Statt Füttern lieber Tiere kennenlernen
Der Tierpark setzt bewusst auf Schaufütterungen und geführte Erlebnisse. Besucher können dabei die Tiere aus nächster Nähe erleben und gleichzeitig mehr über deren Lebensweise erfahren. Das Ziel dahinter ist klar: Nicht nur Tiere zeigen, sondern auch Wissen vermitteln. Und genau deshalb gilt am Zaun weiterhin eine einfache Regel: Streicheln ja, füttern nein.