Wolf reißt Schaf in der Steiermark: Jetzt gibt es die DNA-Bestätigung
Ein Wolf hat Anfang Juni ein Schaf am Gumpeneck im Bezirk Liezen gerissen. Gleichzeitig werden bereits neue Verdachtsfälle untersucht. Mehrere tote Schafe könnten ebenfalls auf das Konto des Raubtiers gehen.
Nach rund drei Wochen liegt nun das Ergebnis der DNA-Untersuchung vor: Das Anfang Juni am Gumpeneck gefundene Schaf wurde tatsächlich von einem Wolf gerissen. Der Kadaver war am 6. Juni entdeckt und noch am selben Tag von einem Rissbegutachter untersucht worden. Mit dem genetischen Nachweis gilt der Wolfsriss nun offiziell als bestätigt.
Neue tote Schafe entdeckt
Für die Almbauern in der Region sorgt das Ergebnis jedoch nicht für Entwarnung. Im Gegenteil: Nach Angaben eines Landwirts sollen am Donnerstag erneut mehrere tote Schafe auf dem Berg entdeckt worden sein. Ob tatsächlich ein Wolf für diese Fälle verantwortlich ist, ist derzeit noch unklar. Die Bezirkshauptmannschaft bestätigte jedoch, dass bereits ein Rissbegutachter zur Untersuchung ausgeschickt wurde.
Viele Bauern holen ihre Tiere von den Almen
Die Situation verunsichert zahlreiche Tierhalter. Einige Landwirte haben ihre Schafe bereits wieder von den Almen ins Tal gebracht. Das bringt allerdings neue Probleme mit sich: Weideflächen fehlen, Tiere müssen im Stall versorgt werden und zusätzliches Futter muss gekauft werden. Für viele Betriebe bedeutet das einen erheblichen Mehraufwand.
Behörden appellieren: Verdachtsfälle sofort melden
Das Land Steiermark ruft Tierhalter dazu auf, mögliche Wolfsrisse umgehend zu melden. Nur wenn Kadaver rasch untersucht werden, können DNA-Spuren gesichert und das Verhalten des Tieres genau dokumentiert werden. Frühere Verdachtsfälle seien teilweise erst mit großer Verzögerung bekannt geworden. Dadurch konnten wichtige Proben nicht mehr entnommen werden. Nach dem bestätigten Wolfsriss läuft nun die nächste Stufe des Monitorings. Ortsansässige Jäger wurden beauftragt, den Wolf zu vergrämen, sollte er erneut gesichtet werden. Sollte das Tier weiterhin Nutztiere reißen oder ein auffälliges Verhalten gegenüber Menschen zeigen, prüfen Sachverständige laut Land Steiermark, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Entnahme erfüllt sind.