Brüssel-Termin: Khom fordert stärkeren Fokus auf „Made in Europe“
In Brüssel vertrat Manuela Khom (ÖVP) die Steiermark bei Beratungen zur EU-Wirtschaftspolitik. Im Mittelpunkt: schnellere Verfahren, „Made in Europe“ und die Frage, wo Wertschöpfung künftig entsteht.
Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom (ÖVP) war am Montag, dem 6. Juli 2026, in Brüssel. Dort nahm sie an den Tagungen des ECON, der Fachkommission für Wirtschaftspolitik im Ausschuss der Regionen, teil. Dabei vertrat sie die Steiermark bei Gesprächen über die künftige Entwicklung des europäischen Wirtschaftsstandortes. Für ein Industrieland wie die Steiermark ging es dabei um eine zentrale Frage: Wie bleibt Produktion auch künftig in Europa?
IAA im Fokus
Auf der Tagesordnung stand vor allem der Industrial Accelerator Act, kurz IAA. Dieser soll unter anderem schnellere Genehmigungsverfahren bei neuen Produktionsanlagen bringen. Auch eine Bevorzugung europäischer Produkte bei staatlichen Einkäufen ist vorgesehen. Damit will die Europäische Union die Industrie in Europa stärken.
Made in Europe
Khom betonte bei den Verhandlungen die Bedeutung von „Made in Europe“. Gerade für Regionen mit starker Industrie sei das entscheidend. Sie erklärte: „‚Made in Europe‘ ist ein strategischer Hebel für den europäischen Wirtschaftsstandort, auf den wir verstärkt setzen müssen. Es reicht dabei nicht, wenn wir Produkte lediglich in Europa montieren, während zentrale Komponenten zunehmend außerhalb Europas produziert werden. Die Europäische Industriepolitik muss daher sicherstellen, dass auch die Wertschöpfung in Europa bleibt – in unseren Fabriken, bei unseren Zulieferern und in unseren Regionen“
Blick auf Betriebe
Besonders in der Automobil- und Zuliefererindustrie brauche es laut Khom einen realistischen Blick auf die aktuellen Rahmenbedingungen. Zum Übergang in Richtung klimaneutrale Mobilität sagte sie: „Der Übergang zur klimaneutralen Mobilität muss für unsere Betriebe technologieoffen und realistisch gestaltet werden. Elektromobilität ist ein wesentlicher Pfeiler, aber nicht der einzige.“ Dafür brauche es unbürokratische und praxistaugliche Regeln, die in den Betrieben auch wirklich umgesetzt werden können.
Ziel bis 2035
Mit dem Industrial Accelerator Act will die EU den Anteil europäischer Fertigung am Bruttoinlandsprodukt der EU erhöhen. Aktuell liegt dieser laut den Angaben bei rund 14 Prozent, bis 2035 sollen es 20 Prozent werden. Die geplanten Maßnahmen reichen von schnelleren Genehmigungen für industrielle Fertigungsprojekte bis zu einem verbindlichen Kriterium europäischer Produktherkunft bei staatlichen Förderungen. Seit der Veröffentlichung des Industrial Accelerator Act durch die EU-Kommission am 4. März 2026 laufen dazu intensive Verhandlungen.