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Symbolfoto zu einem Beitrag von 5min.at: Auf einem Papier steht Insolvenz geschrieben.
Großinsolvenzen belasten die Steiermark.

Steirische Firmenpleiten gefährden mehr als 1.500 Arbeitsplätze

Während die Zahl der Firmeninsolvenzen österreichweit leicht zurückging, zeigt die Steiermark einen gegenteiligen Trend. Großpleiten sorgten im ersten Halbjahr 2026 für deutlich höhere Schulden und mehr gefährdete Arbeitsplätze.

von Elisa Auer Elisa Auer 5 Minuten Redaktion
2 Minuten Lesezeit(350 Wörter)
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Nach drei Jahren mit Rekordwerten bei den eröffneten Firmeninsolvenzen zeichnet sich österreichweit eine leichte Entspannung ab. Laut dem Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) gingen die eröffneten Firmeninsolvenzen im Vergleich zum Vorjahr bundesweit um 7,69 Prozent zurück. In der Steiermark zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Hier stieg die Zahl der eröffneten Insolvenzverfahren im ersten Halbjahr 2026 um 12,79 Prozent auf insgesamt 291 Fälle.

Großinsolvenzen treiben Schulden in die Höhe

Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung sind mehrere große Unternehmenspleiten in der Steiermark. Unter anderem die Fälle von Wollsdorf, ADA, Kilger, Meon und LL-resources wirkten sich stark auf die Bilanz aus. Die Gesamtpassiva, also die Summe der offenen Verbindlichkeiten, haben sich dadurch auf knapp 600 Millionen Euro verdreifacht. Die höchsten Schulden verzeichnete die LL-resources GmbH mit rund 130,75 Millionen Euro. Dahinter folgt die Domaines Kilger GmbH & Co KG mit etwa 83,46 Millionen Euro.

Mehr als 1.500 Arbeitsplätze betroffen

Auch für Beschäftigte haben die Entwicklungen Folgen: Die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze stieg im Vergleich zum Vorjahr um 70,37 Prozent auf insgesamt 1.547 betroffene Dienstnehmer. Die meisten Mitarbeiter waren bei der Wollsdorf Leder Schmidt & Co. Ges.m.b.H. betroffen. Dort standen 361 Arbeitsplätze im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren. Bei den ADA Möbelwerken waren 96 Dienstnehmer betroffen.

Top 5 Insolvenzen in der Steiermark nach Dienstnehmern

  • WOLLSDORF LEDER SCHMIDT & Co. Ges.m.b.H. – 361 Dienstnehmer
  • ADA Möbelwerke Holding AG – 96 Dienstnehmer
  • MEON Medical Solutions GmbH & Co KG – 86 Dienstnehmer
  • ADA Möbelfabrik GmbH – 76 Dienstnehmer
  • Fürgast Betriebsgastronomie GmbH – 47 Dienstnehmer

Handel, Bau und Gastronomie besonders betroffen

Die meisten Insolvenzen gab es im ersten Halbjahr 2026 im Handel mit 62 Fällen. Dahinter folgen die Baubranche mit 60 und die Gastronomie mit 46 Insolvenzen. Bei den gefährdeten Arbeitsplätzen liegt hingegen die Industrie vorne: In der Sparte „Herstellung von Waren“ waren insgesamt 602 Beschäftigte betroffen.

AKV erwartet weitere Zunahme bis Jahresende

Anders als im österreichweiten Vergleich wurden in der Steiermark mehr als die Hälfte der Insolvenzverfahren (52,23 Prozent) durch Eigenanträge der Unternehmen eröffnet. Im Durchschnitt wurden im ersten Halbjahr 2026 jede Woche rund elf Insolvenzverfahren über steirische Unternehmen eröffnet. Der AKV rechnet damit, dass es in der Steiermark im Gesamtjahr 2026 mehr als 600 eröffnete Firmeninsolvenzen geben wird. Gemeinsam mit den abgewiesenen Verfahren mangels Masse könnten bis Jahresende mehr als 800 Unternehmensinsolvenzen erreicht werden.

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