Immer mehr Steirer rutschen in die Schuldenfalle
Nicht nur Unternehmen kämpfen mit finanziellen Problemen: Auch bei Privatpersonen steigen die Insolvenzen in der Steiermark. Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 485 Privatkonkurse eröffnet.
Während sich die Zahl der Firmeninsolvenzen österreichweit leicht rückläufig entwickelt, zeigt sich sowohl bei Firmen- als auch bei Privatkonkursen in der Steiermark ein gegenteiliger Trend. Mehr zur zu den Firmeninsolvenzen liest du hier: Steirische Firmenpleiten gefährden mehr als 1.500 Arbeitsplätze.
Mehr Privatinsolvenzen in der Steiermark
Laut dem Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 485 Privatinsolvenzen eröffnet. Das entspricht einem Anstieg von 11,49 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Durchschnittlich wurden damit jede Woche rund 19 Privatinsolvenzverfahren in der Steiermark eröffnet.
Durchschnittlich mehr als 155.000 Euro Schulden
Die finanzielle Belastung hinter den Verfahren ist beträchtlich: Die Gesamtpassiva der eröffneten Privatinsolvenzen belaufen sich auf 75,55 Millionen Euro. Die durchschnittliche Verschuldung pro Verfahren liegt laut AKV bei rund 155.700 Euro.
Männer häufiger von Privatkonkurs betroffen
Von den 485 eröffneten Privatinsolvenzen entfielen 321 Fälle auf Männer. Damit machen sie rund zwei Drittel aller Verfahren aus (66,19 Prozent). Auch bei der Höhe der Schulden gibt es Unterschiede: Männer weisen im Durchschnitt eine Verschuldung von 162.900 Euro auf, bei Frauen liegt dieser Wert bei 141.700 Euro.
Insgesamt mehr als 900 Privatinsolvenzen erwartet
Der AKV rechnet damit, dass sich der Trend im Laufe des Jahres fortsetzt. Für 2026 werden in der Steiermark insgesamt mehr als 900 eröffnete Privatinsolvenzen erwartet. Zusammen mit den Firmeninsolvenzen gab es im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 927 eröffnete Insolvenzverfahren in der Steiermark – ein Plus von 5,82 Prozent gegenüber dem Vorjahr.