Steirisches Seniorentageszentrum schließt: 86 Senioren betroffen
Für viele Senioren endet im Herbst ein wichtiges Stück Alltag. Das Tageszentrum in Seiersberg-Pirka schließt nach mehr als zwei Jahrzehnten. Grund sind fehlende Fördermittel und die hohe finanzielle Belastung der Gemeinde.
Mehr als zwei Jahrzehnte lang war das Seniorentageszentrum in Seiersberg-Pirka ein Ort der Begegnung, Betreuung und Gemeinschaft. Nun ist das Aus besiegelt: Mitte September wird die Einrichtung geschlossen. Die Gemeinde sieht sich nicht mehr in der Lage, den Betrieb ohne Unterstützung des Landes weiter zu finanzieren.
Ein Treffpunkt für 86 Seniorinnen und Senioren
Das Tageszentrum wurde bereits 2002 eröffnet und gehörte damals zu den ersten Einrichtungen dieser Art in Österreich. Heute werden dort 86 Senioren betreut. Neben gemeinsamen Mahlzeiten stehen Aktivitäten wie Gedächtnistraining, Basteln, Werken, Spielen oder Musizieren auf dem Programm. Ein Großteil der Besucher kommt nicht aus Seiersberg-Pirka selbst, sondern aus Graz und den umliegenden Gemeinden. Damit erfüllt das Zentrum seit Jahren eine überregionale Funktion.
Gemeinde sieht sich finanziell überfordert
Bürgermeister Werner Baumann erklärt, dass die Gemeinde den Betrieb künftig nicht mehr alleine stemmen könne. Während andere Tageszentren finanzielle Unterstützung vom Land erhalten, geht die Einrichtung in Seiersberg-Pirka leer aus. Gleichzeitig leistet die Gemeinde, wie alle steirischen Gemeinden, Beiträge zur Pflegeumlage. Aus diesem Topf werden andere Tageszentren mitfinanziert. Die eigene Einrichtung müsse jedoch vollständig aus Gemeindemitteln getragen werden. Diese Doppelbelastung sei auf Dauer nicht mehr finanzierbar.
Land verweist auf fehlende Voraussetzungen
Das Land Steiermark begründet die ausbleibende Förderung damit, dass das Tageszentrum die aktuell geltenden Qualitätsstandards nicht erfülle. Dazu zählen laut Land unter anderem bauliche Anforderungen, etwa im Bereich der Barrierefreiheit. Nach Angaben des Gesundheitsressorts sei der Gemeinde bereits vor einigen Jahren mitgeteilt worden, welche Maßnahmen für eine Förderung notwendig wären. Die dafür erforderlichen Unterlagen seien jedoch nicht vollständig nachgereicht worden.
Betreuung soll weiter gesichert bleiben
Betrieben wird das Tageszentrum von der Volkshilfe Steiermark. Trotz der Schließung sollen die betroffenen Seniorinnen und Senioren weiterhin betreut werden. Nach Angaben der Volkshilfe werden für alle Besucher Plätze an anderen Standorten organisiert. Auch für die Mitarbeiter seien bereits neue Einsatzmöglichkeiten innerhalb der Organisation gefunden worden.