Flirt mit Folgen: Polizist ließ Strafzettel für Frau verschwinden
Ein steirischer Polizist muss sich wegen Amtsmissbrauchs verantworten. Nach einer Verkehrskontrolle soll er einer Lenkerin den Strafzettel abgenommen haben, nachdem zwischen den beiden ein persönlicher Kontakt entstanden war.
Ein Polizist aus der Steiermark muss sich wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch vor Gericht verantworten. Dem Beamten wird vorgeworfen, nach einer Verkehrskontrolle in Graz einen Strafzettel aus persönlichen Motiven nicht weiterbearbeitet zu haben. Ausgangspunkt des Falls war eine Geschwindigkeitskontrolle Anfang April im Grazer Bezirk Straßgang. Eine Autofahrerin war in einer 30-km/h-Zone zu schnell unterwegs und erhielt eine Strafe. Da sie den Betrag vor Ort nicht bezahlen konnte, stellte der Polizist ein bargeldloses Mandat aus.
Verdacht auf Amtsmissbrauch: Polizist soll Strafzettel beseitigt haben
Im Anschluss soll der Beamte den Namen der Frau im Internet gesucht und ihre Telefonnummer ausfindig gemacht haben. Zwischen den beiden entwickelte sich ein privater Nachrichtenaustausch. Im Zuge dessen fragte die Lenkerin, ob der Strafzettel entfernt werden könne. Laut Medienberichten nahm der Polizist den Strafzettel daraufhin aus der Ablage, bevor es an die zuständige Behörde weitergeleitet wurde. Zwar soll der Beamte später versucht haben, den Strafzettel wieder zurückzulegen, doch noch bevor es dazu kam, wurde der Vorfall bekannt. Gegen ihn wurde Anklage wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch erhoben. Zudem wurde der Polizist vom Dienst suspendiert. Es gilt die Unschuldsvermutung.