Skip to content
/ ©Artem Podrez/Pexels
Symbolfoto auf 5min.at zeigt zwei Kinder beim basteln im Kindergarten.
Fehlende Kinderbetreuungsplätze setzen Familien und Gemeinden in der Steiermark unter Druck.

Ruf nach raschem Ausbau der Kinderbetreuung in der Steiermark

Fehlende Betreuungsplätze können Eltern vor schwierige berufliche Entscheidungen stellen. Die steirische SPÖ und die NEOS fordern deshalb einen raschen Ausbau und mehr finanzielle Unterstützung für die Gemeinden.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
3 Minuten Lesezeit(572 Wörter)
Wählen Sie 5min.at als bevorzugte Google-Quelle

SPÖ-Klubobmann Hannes Schwarz reagiert mit Kritik auf Berichte über fehlende Kinderbetreuungsplätze in der Steiermark. Demnach müssten Mütter wegen mangelnder Betreuungsmöglichkeiten ihre Arbeitszeit reduzieren oder ihren Arbeitsplatz aufgeben. Schwarz spricht in diesem Zusammenhang von einem Systemversagen. Die Landesregierung müsse aus seiner Sicht rasch handeln.

Folgen für Arbeit

Dabei gehe es laut Schwarz nicht nur um die Situation einzelner Familien. Fehlende Betreuungsplätze hätten auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und den Wirtschaftsstandort. „Wenn Eltern ihren Job kündigen müssen, weil es keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder gibt, dann ist das nicht nur ein persönliches Schicksal, sondern ein massiver wirtschaftspolitischer Schaden für die gesamte Steiermark. Fehlende Kinderbildung und -betreuung gefährdet Arbeitsplätze, verschärft den Fachkräftemangel und schwächt unseren Wirtschaftsstandort. Wer vom Erhalt des Wohlstands spricht, muss massiv in den Ausbau investieren“, erklärt der SPÖ-Klubobmann.

Gemeinden am Limit

Neben dem Land sieht Schwarz auch die finanzielle Lage der Gemeinden als entscheidenden Punkt. Viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister wollten zusätzliche Plätze schaffen, würden dabei aber an finanzielle Grenzen stoßen. „Die Gemeinden dürfen mit dieser Aufgabe nicht alleine gelassen werden. Es ist die Pflicht der Landesregierung, den Ausbau finanziell und organisatorisch besser zu unterstützen, anstatt die Qualitätsstandards nach unten zu schrauben“, so Schwarz. Die Verantwortung dürfe daher nicht allein bei den Gemeinden liegen.

Ausbau gefordert

Die steirische SPÖ fordert ein umfassendes Ausbauprogramm für Kinderbetreuungseinrichtungen im gesamten Bundesland. Das Angebot soll laut Schwarz flächendeckend, hochwertig und am tatsächlichen Bedarf der Familien ausgerichtet sein. Eltern sollen dadurch Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren können. Die Landesregierung müsse den Ausbau aus Sicht der SPÖ finanziell und organisatorisch stärker unterstützen.

Kritik am Zeitplan

Kritik übt Schwarz auch an einem kurzfristig angekündigten Ausbauaufruf während der Urlaubszeit, der lediglich eine Woche geöffnet gewesen sei. Er sieht darin kein ausreichendes Vorgehen, um den Bedarf zu decken. „Kinderbetreuung ist keine freiwillige Sozialleistung, sondern eine zentrale Zukunftsinvestition. Wer hier spart oder wegschaut, gefährdet Arbeitsplätze, Wohlstand und Chancengerechtigkeit“, so Schwarz abschließend. Den raschen Ausbau der Kinderbetreuung müsse die Landesregierung nach Ansicht der SPÖ zur Priorität machen.

2600 steirische Kinder warten noch auf Kindergartenplatz: NEOS pochen auf Fixplatzgarantie

Auch die NEOS fordern mehr Tempo beim Ausbau der Kinderbetreuung in der Steiermark. Nach Angaben der Partei haben aktuell 2.600 Kinder noch keinen Kindergartenplatz zugeteilt bekommen. Für viele Eltern bedeutet das Ungewissheit, weil sie nicht wissen, ob sie im Herbst arbeiten können oder zu Hause bleiben müssen. Besonders häufig würden Frauen ihre beruflichen Pläne zurückstellen. Schwierigkeiten gebe es laut NEOS aber auch für Familien, die bereits einen Platz erhalten haben: Nur 46 Prozent der steirischen Kindergärten würden die VIF-Kriterien erfüllen und damit Öffnungszeiten anbieten, die mit einer Vollzeitbeschäftigung vereinbar sind. Laut dem aktuellen Rechnungsabschluss der Landesregierung gebe es zudem 1.700 Kindergartenplätze weniger als im Jahr 2023. NEOS-Landessprecher Niko Swatek fordert deshalb eine Fixplatzgarantie, einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz sowie Landeskindergärten in Regionen mit zu wenigen Plätzen. „Jede Familie muss sich darauf verlassen können, bei Bedarf einen Platz zu bekommen. Deshalb fordern wir eine Fixplatzgarantie, einen echten Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für alle Eltern, die einen Platz brauchen und wollen.“ Zudem verlangt Swatek einen konkreten Ausbauplan mit klaren Zielen.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 14.07.2026 um 14:25 Uhr aktualisiert
Du hast einen #Fehler gefunden? Jetzt melden.
Mehr Interessantes