Steiermark trauert um bekannten Feuerwehrmann, Gastwirt und Politiker
Der ehemalige steirische Landtagsabgeordnete Georg Ferstl ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Der Trofaiacher engagierte sich über Jahrzehnte in Politik, Feuerwehr, Vereinswesen und als Gastwirt im Bezirk Leoben.
Mit Georg Ferstl ist eine prägende Persönlichkeit aus Trofaiach und dem Bezirk Leoben verstorben. Der ehemalige Landtagsabgeordnete, langjährige Gastwirt und Funktionär starb am 13. Juli im Alter von 89 Jahren. Er hinterlässt seine Ehefrau Karin sowie seine Tochter Ines.
Große Trauer um Georg Ferstl
Geboren wurde Ferstl am 30. Dezember 1936 in Trofaiach. Nach einer Ausbildung zum Kellner sammelte er Berufserfahrung im In- und Ausland, unter anderem in Graz, Düsseldorf, Interlaken, Paris und Kitzbühel. Mehrere Jahre war er zudem als Steward auf Passagierschiffen tätig und unternahm zahlreiche Kreuzfahrten sowie drei Weltreisen. Im Jahr 1963 kehrte er in seine Heimat zurück und übernahm später den elterlichen Gasthausbetrieb. Diesen führte er über Jahrzehnte mit großer Leidenschaft und machte ihn zu einem beliebten gesellschaftlichen Treffpunkt.
Daneben gründete er ein Taxiunternehmen, bildete 19 Lehrlinge aus und organisierte unzählige Veranstaltungen sowie rund 600 Hochzeiten. Im Jahr 1978 wurde sein Betrieb als beliebtestes Gasthaus der Steiermark ausgezeichnet.
Politik, Feuerwehr: Ein Leben im Dienst der Gemeinschaft
Sein Engagement reichte allerdings weit über seine berufliche Tätigkeit hinaus. Georg Ferstl war über Jahrzehnte in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und bekleidete zahlreiche verantwortungsvolle Funktionen. So wirkte er unter anderem als Hauptmannstellvertreter, Abschnittskommandant, Bezirksfeuerwehrkommandant und schließlich viereinhalb Jahre lang als Landesfeuerwehrkommandant der Steiermark. Darüber hinaus engagierte er sich im FC Trofaiach, gehörte über Jahrzehnte den „D’sakrischen Steirern“ an und war mehr als vier Jahrzehnte Obmann der Chorgemeinschaft MGV Trofaiach. Auch politisch stellte Georg Ferstl sein Leben in den Dienst der Gemeinschaft. Seit dem 7. Jänner 1983 war er Mitglied der Freiheitlichen Partei und vertrat die Interessen der Bevölkerung fünf Jahre lang als Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag. Für seine großen Verdienste wurde er mit zahlreichen hohen Auszeichnungen geehrt, darunter dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich sowie dem Ehrenring der Stadt Trofaiach. Im Jahr 2022 verlieh ihm die FPÖ-Bezirkspartei Leoben in dankbarer Anerkennung seiner Leistungen die Ehrenmitgliedschaft.
„Ob in der Politik, bei der Feuerwehr, im Vereinswesen oder als Gastwirt – Georg Ferstl hat Verantwortung übernommen“
„Mit Georg Ferstl verliert die freiheitliche Familie einen aufrechten Gesinnungsfreund, einen großen Steirer und eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Sein Leben war geprägt von Tatkraft, Verantwortungsbewusstsein und einem unermüdlichen Einsatz für seine Mitmenschen. Ob in der Politik, bei der Feuerwehr, im Vereinswesen oder als Gastwirt – Georg Ferstl hat Verantwortung übernommen und seine Heimat über viele Jahrzehnte hinweg mitgestaltet. Seine Verdienste und seine unverwechselbare Persönlichkeit werden unvergessen bleiben. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie sowie allen Angehörigen und Wegbegleitern“, so FPÖ-Landesparteiobmann Landeshauptmann Mario Kunasek.
„Er war ein echter Trofaiacher Originaltyp“
Auch FPÖ-Bezirksparteiobmann und Klubobmann Marco Triller zeigt sich tief betroffen: „Georg Ferstl war eine der prägendsten Persönlichkeiten unseres Bezirkes. Er war ein echter Trofaiacher Originaltyp, ein überzeugter Freiheitlicher und vor allem ein Mensch, der stets für andere da war. Mit seiner offenen, humorvollen und verbindenden Art konnte er Menschen begeistern und zusammenführen. Seine jahrzehntelange Treue zur freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft, sein herausragender Einsatz für das Feuerwehrwesen und sein vielfältiges gesellschaftliches Engagement verdienen unseren größten Respekt. Wir verlieren mit ihm nicht nur ein Ehrenmitglied unserer Bezirkspartei, sondern auch einen treuen Freund und Kameraden.“