Trockenheit spitzt sich zu: Müssen Steirer bald mehr fürs Wasser zahlen?
Die Trockenheit verschärft sich, der Wasserverbrauch bleibt auf Rekordniveau. Nach ersten Einschränkungen in Gemeinden wird nun über höhere Gebühren für Vielverbraucher diskutiert. Das könnte viele Steirer treffen.
Die Trockenheit in der Steiermark hat längst Auswirkungen auf die Wasserversorgung. Während einige Gemeinden bereits drastische Maßnahmen ergriffen haben, rückt nun ein weiteres Instrument in den Fokus: Wer besonders viel Trinkwasser verbraucht, könnte künftig tiefer in die Tasche greifen.
Nach Wasser-Abschaltungen folgt die nächste Debatte
Erst vor wenigen Tagen sorgte Gaishorn am See im Bezirk Liezen für Schlagzeilen. Wegen der anhaltenden Trockenheit stellte die Gemeinde die öffentliche Wasserversorgung nachts zwischen 22 und 6 Uhr ab. Gleichzeitig wurden die Bewohner aufgefordert, Trinkwasser nur noch für das Nötigste zu verwenden. Gartenbewässerung, Poolbefüllungen oder Autowäsche sind dort derzeit tabu, 5 Minuten hat berichtet: Radikaler Schritt: Diese steirische Gemeinde dreht das Wasser ab. Nun wird auf Landesebene über weitere Maßnahmen diskutiert, um den Wasserverbrauch zu senken.
Wasserverbrauch erreicht Rekordwerte
Nach Angaben der steirischen Wasserwirtschaft bleibt der Verbrauch auf ungewöhnlich hohem Niveau. Besonders in den Sommermonaten wird viel Trinkwasser für das Bewässern von Gärten, das Befüllen von Pools oder das Waschen von Autos verwendet. Wie deutlich sich das bemerkbar macht, zeigt ein Blick nach Gleisdorf. Dort spricht Bürgermeister Christoph Stark vom höchsten Wasserverbrauch in der Geschichte der Stadt. Neben dem Bevölkerungswachstum und der Wirtschaft spiele vor allem die anhaltende Hitze eine entscheidende Rolle. Vor allem der Wasserbedarf für private Grünflächen habe stark zugenommen.
Erste Gemeinden verlangen bereits eine Zusatzgebühr
Während manche Gemeinden vorerst auf Appelle setzen, gehen andere bereits einen Schritt weiter. In Ardning im Bezirk Liezen wird seit heuer für das Befüllen privater Pools eine zusätzliche Gebühr eingehoben. Je nach Größe werden rund 60 bis 80 Euro fällig. Die Poolbefüllung muss außerdem vorab gemeldet werden. In Trockenperioden gelten dort zusätzlich klare Regeln: Rasensprengen, Autowaschen und das Reinigen von Vorplätzen sind untersagt und werden nach Angaben der Gemeinde auch kontrolliert.
Auch Graz denkt über höhere Kosten nach
Die Diskussion ist inzwischen auch in der Landeshauptstadt angekommen. Bürgermeisterin Elke Kahr kann sich vorstellen, bei besonders hohem Wasserverbrauch mit höheren Gebühren gegenzusteuern. Ziel sei es, das Bewusstsein für einen sparsamen Umgang mit Trinkwasser zu stärken. Gerade in Trockenzeiten sei ein übermäßiger Verbrauch weder sinnvoll noch solidarisch.
Land bringt Förderungen ins Spiel
Auch auf Landesebene wird über Konsequenzen nachgedacht. Landwirtschaftslandesrätin Simone Schmiedtbauer hält es für denkbar, Gemeinden oder Wasserverbänden Förderungen zu kürzen, wenn der Wasserpreis dauerhaft zu niedrig angesetzt wird und dadurch kaum Anreize zum Wassersparen bestehen.