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auf dem bild von 5min.at sieht man einen mann und drogen.
Kokain ist in der Steiermark auf dem Vormarsch. Das zeigt der aktuelle Drogenbericht des Bundeskriminalamts.

Kokain breitet sich in der Steiermark rasant aus: Immer mehr junge Konsumenten

Kokain wird günstiger, stärker und ist längst nicht mehr nur eine Partydroge. Ein neuer Drogenbericht zeigt eine besorgniserregende Entwicklung in der Steiermark, mit immer mehr Sicherstellungen und jüngeren Konsumenten.

von Leema Mohsenzada-Slaje Auf dem Foto auf www.5min.at sieht man Leema Mohsenzada-Slaje.
3 Minuten Lesezeit(516 Wörter)
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Kokain ist in der Steiermark auf dem Vormarsch. Das zeigt der aktuelle Drogenbericht des Bundeskriminalamts. Die Droge ist heute leichter verfügbar, oft deutlich reiner als früher und längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Gleichzeitig steigen die Sicherstellungen massiv an und auch Jugendliche geraten zunehmend in den Fokus.

Sicherstellungen schießen in die Höhe

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im vergangenen Jahr wurden in der Steiermark rund elf Kilogramm Kokain sichergestellt. Das entspricht einem Anstieg von fast 240 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Zwar können einzelne größere Funde die Statistik beeinflussen, doch der Drogenbericht beschreibt eine Entwicklung, die weit darüber hinausgeht: Kokain ist inzwischen in nahezu allen gesellschaftlichen Gruppen verbreitet.

Droge wird günstiger und gleichzeitig stärker

Lange galt Kokain als Luxusdroge für wenige. Heute sieht die Situation anders aus. Laut Drogenbericht ist Kokain in den vergangenen Jahren günstiger geworden. Gleichzeitig ist der Reinheitsgehalt gestiegen, wodurch die Droge deutlich stärker wirkt. Das erhöht auch die gesundheitlichen Risiken für Konsumentinnen und Konsumenten. Besonders alarmierend: Die Behörden beobachten, dass immer häufiger junge Menschen mit Kokain in Berührung kommen.

Kriminelle Netzwerke profitieren

Hinter dem boomenden Kokainhandel stehen laut Bundeskriminalamt vor allem international organisierte Tätergruppen. Eine immer wichtigere Rolle spielt dabei Slowenien als Transitland zwischen dem Westbalkan und Westeuropa. Die Kommunikation erfolgt laut Bericht heute überwiegend verschlüsselt über Messenger-Dienste und soziale Netzwerke. Dadurch wird der Drogenhandel für Ermittler zunehmend schwieriger nachzuverfolgen.

Großer Schlag gegen Drogenring in Graz

Wie professionell diese Strukturen mittlerweile arbeiten, zeigte ein Fall aus dem vergangenen Jahr: Am Grenzübergang Spielfeld stellten Polizisten bei einem Slowenen unter anderem 110 Gramm Kokain und mehrere Kilogramm Cannabis sicher. Die Ermittlungen führten zu einem mutmaßlichen Balkan-Drogenring, dem laut Behörden die Einfuhr und der Weiterverkauf von 240 Kilogramm Cannabis sowie zehn Kilogramm Kokain im Raum Graz innerhalb von nur zwei Monaten zugerechnet werden konnten. Mit dem wachsenden Drogenhandel steigt laut Drogenbericht auch die Gewaltbereitschaft. Besonders in Graz registrierten die Ermittler zuletzt vermehrt Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Tätergruppen. Bei Übergaben von Suchtgift seien Tatverdächtige laut Bericht immer wieder bewaffnet und bereit, Gewalt anzuwenden. Neben den alarmierenden Entwicklungen nennt der Bericht auch einen positiven Punkt: Das besonders gefährliche synthetische Opioid Fentanyl, das in den USA für zehntausende Todesfälle verantwortlich gemacht wird, wurde in der Steiermark bislang nicht nachgewiesen.

Drogenkonsumräume in Graz

Ulf Zeder, Graz Suchtkoordinator, sprach in der Vergangenheit exklusiv mit 5 Minuten über die Entwicklung der Drogenszene. Er warnte davor, das Problem zu verdrängen, und sprach sich für die Prüfung betreuter Drogenkonsumräume nach dem Vorbild Deutschlands oder der Schweiz aus. Solche Einrichtungen könnten laut Zeder sowohl Menschen mit Suchterkrankungen schützen als auch den öffentlichen Raum entlasten. Angesichts des aktuellen Drogenberichts mit steigenden Kokain-Sicherstellungen und einer zunehmenden Verbreitung der Droge quer durch alle Gesellschaftsschichten dürfte die Debatte über neue Maßnahmen in Graz weiter an Bedeutung gewinnen, hier nachzulesen: Konsumräume für Drogen: Graz österreichweit als Vorreiter.

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