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Am Bild sieht man das Team des LKH Weiz.
Die Neuausrichtung hat sich sowohl für die Patient*innen in der Region als auch im Großraum Graz bewährt.

Mehr Operationen, kürzere Wartezeiten: Ein Jahr Orthopädie und Traumatologie am LKH Weiz

2.500 Operationen, 750 Prothesenimplantationen und eine gestärkte Akutversorgung: Ein Jahr nach der Neugründung der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie am LKH Weiz fällt die Bilanz positiv aus.

von Carolina Jakubovic
4 Minuten Lesezeit(927 Wörter)
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Der standortübergreifende Verbund mit dem LKH-Univ. Klinikum Graz schafft zusätzliche Operationskapazitäten, verkürzt Wartezeiten und ermöglicht eine optimale Nutzung der vorhandenen Ressourcen. Davon profitieren Patient*innen in der Oststeiermark ebenso wie im Großraum Graz.

Neuausrichtung hat sich bewährt

Mit 1. August 2025 wurde die bisherige Abteilung für Chirurgie am LKH Weiz in eine Abteilung für Orthopädie und Traumatologie umgewandelt. Seither wird sie standortübergreifend mit der Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie am LKH-Univ. Klinikum Graz geführt. Ein Jahr später fällt die Bilanz eindeutig positiv aus: Die Neuausrichtung hat sich sowohl für die Patient*innen in der Region als auch im Großraum Graz bewährt.

Bilanz nach dem ersten Jahr

Zwischen 1. August 2025 und 31. Juli 2026 wurden in der neuen Abteilung insgesamt rund 2.500 Operationen durchgeführt, darunter 750 Implantationen von Hüft-, Knie- und Schulterprothesen, was eine massive Steigerung bedeutet. „Die Bilanz der ersten zwölf Monate zeigt, dass sich die Neuausrichtung absolut bewährt hat. Durch sie konnten wir zusätzliche Operationskapazitäten für Patient*innen schaffen, die eine Hüft-, Knie- und Schulterprothese benötigen. Damit ist es gelungen, die Wartezeiten in der Region Weiz und im Großraum Graz zu verkürzen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Andreas Leithner, der Primarius der Abteilung in Weiz. „Gleichzeitig zeigt sich, welchen Mehrwert ein gut funktionierender Spitalsverbund bietet: Die Ressourcen beider Standorte werden gemeinsam geplant und dort eingesetzt, wo sie den Patient*innen am meisten zugutekommen.“

Am Bild: Eine Operation am LKH Weiz.
©LKH Weiz
Zwischen 1. August 2025 und 31. Juli 2026 wurden in der neuen Abteilung insgesamt rund 2.500 Operationen durchgeführt.

Patienten profitieren

„Mit der Neuausrichtung der Orthopädie und Traumatologie am LKH Weiz ist es gelungen, die medizinische Versorgung in der Region weiter auszubauen und gleichzeitig das Uniklinikum Graz gezielt zu entlasten. Dieses erste Jahr zeigt, wie viel möglich ist, wenn Standorte eng zusammenarbeiten und vorhandene Ressourcen gemeinsam genutzt werden. Davon profitieren am Ende jene, um die es geht: unsere Patientinnen und Patienten“, betont auch Dr. Karlheinz Kornhäusl, Landesrat für Gesundheit, Pflege und Sport.

Unfallversorgung rund um die Uhr

Das orthopädisch-traumatologische Angebot am LKH Weiz wurde im vergangenen Jahr deutlich erweitert. Es umfasst heute unter anderem die Endoprothetik von Hüfte, Knie und Schulter, die Schulter- und Fußchirurgie, sportorthopädische Eingriffe, gelenkerhaltende Operationen sowie die Versorgung von Verletzungen, Infektionen und notwendigen Folge- oder Revisionseingriffen. „Die Umstellung ist von den Menschen in der Region sehr gut angenommen worden und hat von Beginn an ohne größere Schwierigkeiten funktioniert“, sagt der Geschäftsführende Oberarzt Dr. Andreas Jiresch, der die Abteilung vor Ort operativ leitet. „Wir können heute in Weiz ein sehr breites orthopädisch-traumatologisches Spektrum anbieten. Spezialisierte Eingriffe, die die Infrastruktur eines großen Zentrums benötigen, bleiben selbstverständlich dem Uniklinikum Graz vorbehalten. Für die häufigsten Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparates steht den Patient*innen jedoch direkt in der Region eine umfassende Versorgung zur Verfügung.“

Verbund schafft neue Möglichkeiten

Neben den geplanten orthopädischen Eingriffen übernimmt das LKH Weiz auch eine zentrale Rolle in der traumatologischen Akutversorgung in der Region. Die orthopädisch- traumatologische Ambulanz steht rund um die Uhr zur Verfügung. Schwerstverletzte Patient*innen werden weiterhin am LKH-Univ. Klinikum Graz behandelt. Gleichzeitig können bestimmte Akutpatient*innen aus Graz zur weiteren traumatologischen Versorgung nach Weiz übernommen werden. Gerade bei einem erhöhten Patient*innenaufkommen zeigt sich der Mehrwert des standortübergreifenden Verbunds: Im ersten Jahr wurden insgesamt 103 verletzte Patient*innen vom Uniklinikum Graz nach Weiz transferiert – 67 zur Operation und weitere 36 zur stationären Beobachtung. Darüber hinaus erfolgen regelmäßig postoperative Übernahmen: Patientinnen und Patienten werden am Uniklinikum Graz operiert und anschließend auf der Station in Weiz weiterbetreut – die Wohnortnähe ist klar ein Vorteil nicht nur für die Patient*innen selbst, sondern auch für ihre Angehörigen.

Laufende Abstimmung

Die stationären Kapazitäten und die Operationsprogramme werden zwischen den beiden Standorten laufend abgestimmt. Dadurch können Belastungsspitzen besser ausgeglichen und vorhandene Betten- und OP-Kapazitäten besser genutzt werden. Auch organisatorisch zeigt die Bilanz eine positive Entwicklung. Die beiden Operationssäle der Abteilung erreichen eine Auslastung von fast 92 Prozent. Parallel dazu werden die Abläufe in Ambulanz, Station und OP schrittweise weiterentwickelt und optimiert.

Verbund bringt spürbare Vorteile

„Die gemeinsame Führung durch Univ.-Prof. Dr. Leithner und GOA Dr. Jiresch ist eine zeitgemäße Form der Kooperation, die funktioniert“, betont der ärztliche Standortleiter des LKH Weiz, Primarius Stefan Pötz. „Der Verbund zwischen dem LKH Weiz und dem Uniklinikum Graz bringt spürbare Vorteile – unabhängig davon, ob es um geplante Operationen, die Akutversorgung oder die gemeinsame Nutzung von Betten und personellen Ressourcen geht. Davon profitieren vor allem die Patient*innen, weil Behandlungen rascher und am jeweils passenden Standort durchgeführt werden können.“

Enge Zusammenarbeit

Auch die enge Zusammenarbeit mit den beiden anderen Abteilungen am LKH Weiz – Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie Innere Medizin – trägt wesentlich zum Erfolg der neuen Struktur bei. Darüber hinaus ist das LKH Weiz durch den Verbund stärker in wissenschaftliche Projekte und klinische Datenerhebungen eingebunden. „Das LKH Weiz ist heute viel mehr als ein regionales Krankenhaus, das nur für sich allein arbeitet: Es ist Teil eines größeren medizinischen Netzwerks“, ergänzt Ass.-Prof. Dr. Wolfgang Köle, der Ärztliche Direktor des Spitalsverbunds LKH Univ. Klinikum Graz. „Die Verbindung mit dem Uniklinikum eröffnet dem LKH Weiz neue Möglichkeiten in der Versorgung, in der Weiterentwicklung der Mitarbeiter*innen und auch in der Forschung. Das zeigt, wie chancenreich moderne Spitalsverbünde für regionale Standorte sein können.“

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