Auffällige Wespenart breitet sich in der Steiermark aus
Die warmen Temperaturen verändern auch die Tierwelt in der Steiermark. Eine auffällig gelb gefärbte Wespenart wird inzwischen immer häufiger gesichtet, für Menschen besteht laut Experten aber kein Grund zur Sorge.
Wer derzeit blühende Pflanzen oder einen Garten mit Komposthaufen hat, könnte auf einen besonderen Gast treffen: die Borstige Dolchwespe. Die auffällig gefärbten Hautflügler waren in Österreich lange selten, werden durch die steigenden Temperaturen aber zunehmend häufiger beobachtet. Auch aus Graz gibt es bereits seit 2019 mehrere Meldungen über die Art. Zuletzt sorgten die Tiere etwa in einem Kindergarten in Fölling im Osten von Graz für Verunsicherung. Experten geben jedoch Entwarnung.
Wespe sucht Blüten statt Menschen
Trotz ihrer auffälligen Erscheinung stellen Dolchwespen keine Gefahr dar. Die Tiere sind nicht auf menschliche Nahrung aus, sondern erfüllen sogar eine wichtige Rolle im Garten. „Menschen oder eure Picknick-Jause interessieren sie kaum. Stattdessen sind sie auf der Suche nach Blütennektar und gelten als ungefährlich“, erklärt der Naturschutzbund Steiermark in einem aktuellen Beitrag. Wer eine Dolchwespe entdeckt, müsse daher nicht eingreifen. Die Tiere können laut Experten sogar aus nächster Nähe beobachtet werden.
Keine Nester, sondern natürliche Schädlingsbekämpfer
Im Gegensatz zu vielen bekannten Wespenarten bauen Dolchwespen keine Nester. Sie graben sich in den Boden ein und legen ihre Eier in Engerlinge. Diese dienen später als Nahrung für den Nachwuchs. Damit können die Tiere im Garten sogar nützlich sein, da sie zur natürlichen Regulierung von Engerlingen beitragen. „Wenn euch eine Borstige Dolchwespe begegnet, beobachtet sie auch gerne aus der Nähe – sie ist ein faszinierender und nützlicher Gartenbewohner“, so der Naturschutzbund Steiermark.
Hast du schon einmal eine Dolchwespe gesehen?
Klimawandel bringt neue Arten in die Steiermark
Die zunehmenden Sichtungen der Dolchwespe stehen auch im Zusammenhang mit den steigenden Temperaturen. Durch den Klimawandel können sich immer mehr wärmeliebende Arten in Österreich ausbreiten. Neben der Dolchwespe werden auch andere ursprünglich südlich beheimatete Tiere häufiger beobachtet. Dazu zählt etwa die Nosferatu-Spinne, die vom Mittelmeerraum aus weiter nach Norden wandert. Auch verschiedene Tarantel-Arten breiten sich zunehmend in der südlichen Steiermark aus. Für heimische Arten kann diese Entwicklung langfristig Herausforderungen mit sich bringen, da neue Arten um Lebensräume und Ressourcen konkurrieren.