VCÖ schlägt Alarm: So viel Boden ist in der Steiermark bereits versiegelt
Die Steiermark verfügt über das zweitgrößte Straßennetz Österreichs. Laut VCÖ sind bereits 482 Quadratkilometer Boden versiegelt – ein erheblicher Teil davon entfällt auf den Verkehr.
Die Steiermark verfügt laut einer aktuellen Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) über das zweitgrößte Straßennetz aller Bundesländer. Insgesamt ziehen sich 24.643 Kilometer Straßen durch das Land. Gleichzeitig seien bereits 482 Quadratkilometer Boden versiegelt.
194 Quadratkilometer für Verkehr versiegelt
Besonders groß ist laut VCÖ der Anteil des Verkehrs an der Bodenversiegelung. Von den insgesamt 482 versiegelten Quadratkilometern in der Steiermark entfallen 194 Quadratkilometer auf Verkehrsflächen. Das entspricht rund 40 Prozent der gesamten versiegelten Fläche im Bundesland. Zum Vergleich: Die für den Verkehr versiegelte Fläche sei damit rund eineinhalbmal so groß wie das gesamte Grazer Stadtgebiet, rechnet die Mobilitätsorganisation vor.
Zweitgrößtes Straßennetz Österreichs
Mit 24.643 Kilometern weist die Steiermark hinter Niederösterreich das zweitgrößte Straßennetz Österreichs auf. Niederösterreich liegt mit 36.305 Kilometern an der Spitze. Dahinter folgen Oberösterreich mit 20.824 Kilometern, Tirol mit 11.883 Kilometern und Kärnten mit 11.868 Kilometern. Österreichweit umfasst das Straßennetz laut den vom VCÖ angeführten Daten 129.619 Kilometer. Angesichts zunehmender Hitze und Trockenheit fordert der VCÖ einen stärkeren Schutz unverbauter Böden. „Es braucht ein rasches Umlenken hin zum Schutz der Böden vor weiterer Verbauung, etwa durch Straßen, Zersiedelung und Parkplätze“, sagt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.
VCÖ fordert weniger neue Straßen
Nach Ansicht der Organisation soll künftig stärker auf flächensparende Mobilitätsformen gesetzt werden. Genannt werden unter anderem der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und mehr Fahrgemeinschaften. Gleichzeitig fordert der VCÖ ein Straßenbaumoratorium und Maßnahmen gegen die weitere Zersiedelung. Städte und Gemeinden sollen zudem bei der Entsiegelung und Begrünung stärker unterstützt werden. Vorgeschlagen wird dafür ein bundesweiter Fonds, der durch eine Abgabe auf versiegelte Flächen wie etwa Parkplätze finanziert werden könnte.