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/ ©Canva Montage + Toni´s Freilandeier
Auf dem Foto von www.5min.at sieht man Toni Hubmann.
Toni Hubmann ist am Freitag, dem 28. August, mit 68 Jahren verstorben.

„Toni’s Freilandeier“-Gründer ist tot: Trauer um Pionier Toni Hubmann

Er befreite seine Hühner bereits aus den Käfigen, als Legebatterien noch zum Alltag gehörten: Toni Hubmann aus der Obersteiermark galt als Pionier der Freilandhaltung. Nun ist der Gründer von „Toni’s Freilandeier“ verstorben.

von Leema Mohsenzada-Slaje Auf dem Foto auf www.5min.at sieht man Leema Mohsenzada-Slaje.
3 Minuten Lesezeit(562 Wörter)
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Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) nimmt Abschied von einem langjährigen Wegbegleiter. Toni Hubmann ist am Freitag, dem 28. August, mit 68 Jahren verstorben. Der Landwirt aus der Glein bei Knittelfeld machte sich weit über die Steiermark hinaus einen Namen. Mit neuen Ansätzen in der Legehennenhaltung stellte er bereits in den 1980er-Jahren vieles infrage, was damals selbstverständlich erschien. Seine Geschichte begann 1987 mit einer Entscheidung, die für die damalige Zeit außergewöhnlich war.

1987 holte er die Hühner aus den Käfigen

Als Hubmann die elterliche Landwirtschaft übernahm, wurden dort Hühner noch in Legebatterien gehalten. Der Steirer entschied sich für einen anderen Weg und holte die Tiere aus den Käfigen. Wie eine funktionierende Freilandhaltung aussehen konnte, musste damals erst erprobt werden. Hubmann beschäftigte sich unter anderem damit, wie eine Weide gestaltet sein muss, damit Hühner sie tatsächlich nutzen. Er setzte auf Bepflanzung und entwickelte für schlechtes Wetter einen überdachten Wintergarten mit Tränken, Sandbad und Sitzstangen. Auch auf das damals verbreitete Schnabelkupieren verzichtete er. Für die Eiablage stellte er den Hennen Nester mit natürlicher Einstreu zur Verfügung.

Aus steirischem Hof wurde bekannte Eiermarke

Aus diesen Anfängen entwickelte sich schließlich „Toni’s Freilandeier“. Hubmann betrieb laut VGT fünf Ställe mit jeweils 3.000 Hühnern. Später beteiligten sich weitere 150 landwirtschaftliche Betriebe mit insgesamt rund 400.000 Hühnern an dem Konzept. Hubmann beschäftigte sich auch mit dem Umgang mit männlichen Küken. Statt die sogenannten Bruderhähne nach dem Schlüpfen zu töten, setzte er auf deren Mast. In seinen Beständen hielt er außerdem einen Hahn je 50 Hennen. Der VGT schreibt Hubmann eine wichtige Rolle bei jener Entwicklung zu, die letztlich zum österreichischen Verbot konventioneller Legebatterien führte. Das Verbot wurde 2004 beschlossen und trat 2009 in Kraft.

„Er hatte den Mut, für das Richtige aufzutreten“

VGT-Obperson Martin Balluch arbeitete nach eigenen Angaben mehr als 20 Jahre mit Hubmann zusammen. Für die Aufklärungsarbeit gegen Legebatterien sei der Steirer „der allerbeste Verbündete“ gewesen. Hubmann habe als Praktiker erklären können, welche Bedürfnisse Hühner haben und welche Alternativen zur Käfighaltung möglich sind. Mitte der 1990er-Jahre wirkte er laut Balluch außerdem an der Gründung einer Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung und an der Entwicklung des Gütesiegels „Tierschutz geprüft“ mit. Balluch erinnert sich an einen Mann, der ständig nach Möglichkeiten gesucht habe, die Hühnerhaltung weiterzuentwickeln. „Er war menschlich sehr warmherzig und hatte den Mut, für das Richtige auch gegen mächtige Interessen entschlossen aufzutreten“, würdigt ihn der VGT-Obmann.

Nach dem Erfolg folgte ein schwerer Einschnitt

Hubmanns Geschichte hatte allerdings auch eine tragische Seite. Nach Angaben des VGT investierte er viel in neue Projekte zur Verbesserung der Tierhaltung. Vor rund zehn Jahren geriet sein Betrieb schließlich in wirtschaftliche Schwierigkeiten und ging laut Balluch bankrott. Hubmann verlor damit das, was er über Jahrzehnte aufgebaut hatte. Danach sei es stiller um den steirischen Pionier geworden. Nun nimmt der VGT Abschied von seinem langjährigen Wegbegleiter. Im Tierschutz werde Toni Hubmann als Landwirt in Erinnerung bleiben, dem das Wohl seiner Tiere am Herzen gelegen habe und der die Haltung von Legehennen nachhaltig mitgeprägt habe. Balluch beendet seinen Nachruf mit drei Worten: „Ruhe in Frieden.“

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