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Bild auf 5min.at zeigt das AMS in Graz.
Während die Arbeitslosenzahlen nach oben gehen, bewegt sich die Beschäftigung kaum.

Rund 47.000 Steirer ohne Job: Arbeitslosigkeit steigt deutlich an

Die Lage am steirischen Arbeitsmarkt bleibt angespannt: Ende August waren inklusive Schulungsteilnehmern 46.852 Menschen ohne Beschäftigung, 5,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig sinkt die Zahl der offenen Stellen.

von Leema Mohsenzada-Slaje Auf dem Foto auf www.5min.at sieht man Leema Mohsenzada-Slaje.
4 Minuten Lesezeit(912 Wörter)
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Die erhoffte Entspannung am steirischen Arbeitsmarkt lässt weiter auf sich warten. Mit Ende August 2026 waren 39.389 Personen beim AMS Steiermark arbeitslos vorgemerkt. Gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet das einen Anstieg um 2.033 Personen beziehungsweise 5,4 Prozent. Hinzu kommen 7.463 Menschen, die derzeit an Schulungen teilnehmen. Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengenommen, sind damit aktuell 46.852 Steirerinnen und Steirer ohne Beschäftigung. Das sind um 2.260 Personen oder 5,1 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Arbeitslosenquote steigt auf 6,7 Prozent

Während die Arbeitslosenzahlen nach oben gehen, bewegt sich die Beschäftigung kaum. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten wird derzeit auf rund 548.000 Menschen geschätzt und liegt damit um 0,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die geschätzte Arbeitslosenquote in der Steiermark kletterte gleichzeitig um 0,3 Prozentpunkte und liegt nun bei 6,7 Prozent. Österreichweit beträgt die Arbeitslosenquote 7,2 Prozent. Auch bei den offenen Stellen zeigt die Entwicklung nach unten. Aktuell sind dem AMS in der Steiermark 10.686 sofort verfügbare Jobs gemeldet, um 302 beziehungsweise 2,7 Prozent weniger als im August 2025. „Stagnierende Beschäftigung, mehr arbeitslose Personen, weniger offene Stellen: Die aktuellen Zahlen zum Arbeitsmarkt zeigen klar, dass die steirische Wirtschaft weiter vor Herausforderungen steht“, fasst die stellvertretende AMS-Landesgeschäftsführerin Yvonne Popper-Pieber die Situation zusammen.

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Ältere Arbeitnehmer besonders betroffen

Ein Blick auf die einzelnen Gruppen zeigt, dass sich die Entwicklung unterschiedlich stark bemerkbar macht. Bei Frauen nahm die Zahl der Arbeitslosen gegenüber August 2025 um 6,7 Prozent auf 19.449 zu. Bei Männern beträgt der Anstieg 4,2 Prozent, insgesamt sind hier 19.940 Personen vorgemerkt. Besonders deutlich ist das Plus bei Menschen über 50 Jahren. 13.643 Personen dieser Altersgruppe waren Ende August arbeitslos, 8,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei den unter 25-Jährigen stieg die Zahl dagegen vergleichsweise moderat um 1,8 Prozent auf 3.976. Eine positive Entwicklung zeigt sich bei Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen: Hier sank die Zahl der Arbeitslosen um 7,2 Prozent auf 11.554. Auch die Zahl der Lehrstellensuchenden ging zurück. 1.165 Menschen waren Ende August auf der Suche nach einer Lehrstelle, ein Minus von 5,9 Prozent.

Deutlich weniger offene Lehrstellen

Auf der anderen Seite stehen allerdings auch weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung. 838 sofort verfügbare offene Lehrstellen waren beim AMS gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 10,9 Prozent. Bei den regulären offenen Stellen zeigt sich ein ähnliches Bild: Während die Zahl der Arbeitslosen steigt, ging die Zahl der gemeldeten sofort verfügbaren Stellen um 2,7 Prozent zurück.

IT-Bereich mit kräftigem Anstieg

Besonders unterschiedlich fällt die Entwicklung in den einzelnen Branchen aus. Den prozentuell stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit gibt es bei den Medien- und IT-Dienstleistungen. Hier sind 783 Personen arbeitslos gemeldet, ein Plus von 21,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Reparaturen und sonstigen Dienstleistungen stieg die Arbeitslosigkeit um 13,3 Prozent. Im Bereich öffentlicher Dienst, Unterricht sowie Gesundheits- und Sozialwesen beträgt das Plus 9,0 Prozent, bei den wirtschaftlichen Dienstleistungen 7,4 Prozent. Es gibt allerdings auch Branchen, in denen weniger Menschen arbeitslos sind als noch vor einem Jahr. Im Bereich Verkehr und Lagerei beträgt das Minus 6,5 Prozent. In Beherbergung und Gastronomie ging die Zahl um 1,2 Prozent zurück, im Bauwesen um 0,8 Prozent.

Graz zählt mehr als 20.000 Arbeitslose

Auch zwischen den steirischen Regionen gibt es große Unterschiede. Mit Abstand die meisten arbeitslosen Personen werden in Graz ausgewiesen. Ende August waren es 20.765 Menschen, gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 7,1 Prozent. Prozentuell am stärksten stieg die Arbeitslosigkeit allerdings in Murau. Dort sind zwar lediglich 326 Personen arbeitslos gemeldet, die Zahl liegt aber 11,6 Prozent über jener des Vorjahres. Dahinter folgen Mürzzuschlag mit einem Plus von 10,1 Prozent, Judenburg mit 8,6 Prozent und Bruck/Mur mit 8,2 Prozent. Eine Verbesserung gibt es nur in wenigen Regionen: In Liezen sank die Arbeitslosigkeit um 2,3 Prozent, in Hartberg um 1,1 Prozent. Weiz verzeichnet mit 1.736 Arbeitslosen hingegen einen Anstieg um 3,5 Prozent.

Neue AMS-Geschäftsstelle öffnet heute in Weiz

Passend zum Monatswechsel gibt es beim AMS Steiermark auch eine größere organisatorische Veränderung. Heute, am 1. September, nimmt die neue AMS-Geschäftsstelle Weiz ihren Betrieb auf. Dafür wurden die bisherigen Geschäftsstellen in Gleisdorf und Weiz geschlossen beziehungsweise zusammengelegt. Der neue Standort befindet sich in der Birkfelder Straße 25 in Weiz und ist künftig für den gesamten politischen Bezirk zuständig. Die Leitung übernimmt Gabriele Maitz, die bislang stellvertretende Leiterin der AMS-Geschäftsstelle Gleisdorf war. Damit startet das AMS in Weiz an einem neuen Standort und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die aktuellen August-Zahlen zeigen, dass sich der steirische Arbeitsmarkt weiterhin mit steigender Arbeitslosigkeit und einem rückläufigen Stellenangebot konfrontiert sieht.

„Landesregierung schaut beim Anstieg der Arbeitslosigkeit tatenlos zu“

Die heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten des AMS Steiermark sind für SPÖ-Landesparteivorsitzenden Max Lercher ein neuerlicher Weckruf an die steirische Landesregierung. „Diese Zahlen sind ein Auftrag an die Politik – und die Landesregierung bleibt ihn schuldig. Wenn die Arbeitslosigkeit in der Steiermark kontinuierlich steigt, täglich neue Insolvenzen bekannt werden und Industriearbeitsplätze in rasantem Tempo verlorengehen, dann kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, sagt Lercher. Gerade angesichts der Entwicklungen in den steirischen Industrieregionen müsse die Landesregierung ihre Rolle wahrnehmen. „Die Steiermark braucht endlich eine aktive Industrie- und Standortpolitik. Wir brauchen einen Plan, welche Arbeitsplätze wir in unserem Land halten und welche neuen Arbeitsplätze wir schaffen wollen. Und wir brauchen eine aktive Arbeitsmarktpolitik, die Menschen nicht erst dann unterstützt, wenn sie bereits lange arbeitslos sind. Wegschauen ist keine Option. Standortpolitik bedeutet, heute Entscheidungen zu treffen, damit morgen Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze in der Steiermark bleiben. Wir haben dazu auch zahlreiche Vorschläge geliefert“, so Lercher.

Auf dem Foto von www.5min.at sieht man Max Lercher.
©SPÖ Steiermark
Standortpolitik bedeutet, heute Entscheidungen zu treffen, damit morgen Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze in der Steiermark bleiben. Wir haben dazu auch zahlreiche Vorschläge geliefert“, so Lercher.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 01.09.2026 um 12:44 Uhr aktualisiert
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