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Symbolfoto von 5min.at: Traktor bei Arbeiten auf einem Feld.
Im Zentrum der Kritik steht das Ausmaß der geplanten Renaturierung.

Renaturierungspläne sorgen für Ärger bei steirischen Bauern

Streit um die Renaturierung: Steirische Bauernvertreter kritisieren die Pläne des Naturschutzressorts scharf. Sie warnen vor mehr Bürokratie, höheren Kosten und zusätzlichen Belastungen.

von Anja Mandler
2 Minuten Lesezeit(391 Wörter)
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Wie viel Fläche soll Österreich künftig renaturieren? Darüber herrscht Uneinigkeit. Landwirtschaftskammer Steiermark und Land&Forst Betriebe Steiermark kritisieren einen weitergehenden Vorschlag mehrerer Naturschutzlandesräte scharf. Sie befürchten zusätzliche Kosten, Bürokratie und Einschränkungen für die Landwirtschaft.

454 statt 133 Quadratkilometer

Im Zentrum der Kritik steht das Ausmaß der geplanten Renaturierung. Nach Angaben der Interessenvertreter sieht der Vorschlag des Bundesministeriums österreichweit rund 133 Quadratkilometer vor. Mehrere Naturschutzlandesräte, darunter der steirische Naturschutzlandesrat, würden hingegen eine Fläche von insgesamt 454 Quadratkilometern anstreben – also rund 3,5-mal so viel. Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger und Carl Prinz von Croy, Obmann der Land&Forst Betriebe Steiermark, bezeichnen dieses Vorgehen als „absurd und entbehrlich“. Sie sprechen von einem „Goldplating“, also davon, dass über die notwendigen Vorgaben hinausgegangen werde. Für land- und forstwirtschaftliche Betriebe würde dies nach Ansicht der beiden Vertreter zusätzliche Bürokratie, Kosten und Bewirtschaftungseinschränkungen bedeuten.

Finanzierung laut Bauernvertretern ungeklärt

Ein wesentlicher Streitpunkt ist die Finanzierung. Steinegger und Croy kritisieren, dass derzeit weder bei Bund und Land noch auf EU-Ebene entsprechende Mittel für zusätzliche Renaturierungsmaßnahmen vorgesehen seien. Grundsätzlich bekennen sich die Vertreter zu freiwilligen Naturschutzmaßnahmen. Voraussetzung sei jedoch, dass daraus entstehende Mehrkosten und Einschränkungen entsprechend abgegolten werden. „Wer zusätzliche Renaturierung bestellt, muss sie auch bezahlen“, fordern Steinegger und Croy. Die dafür benötigten Mittel dürften ihrer Ansicht nach nicht aus dem bestehenden Agrarbudget genommen werden. Es sei nicht einzusehen, dass Bauern und Waldbewirtschafter gesellschaftlich verursachte Lasten alleine tragen müssten.

Zustimmung für Vorschlag von Totschnig

Deutlich positiver beurteilen die beiden Interessenvertreter den Vorschlag von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, der nun nach Brüssel übermittelt wurde. Dieser sei für die heimischen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe „realistisch“ und mit Augenmaß umsetzbar. Der Entwurf berücksichtige bereits bestehende Leistungen, stärke die Anpassung an den Klimawandel und setze bei den vorgesehenen Maßnahmen auf Freiwilligkeit. Steinegger und Croy verweisen dabei auch auf die bisherigen Leistungen der Landwirtschaft. Seit Jahrzehnten würden steirische Betriebe unter anderem im Rahmen des Österreichischen Umweltprogramms ÖPUL freiwillige Maßnahmen für Umwelt-, Boden-, Biodiversitäts- und Klimaschutz setzen. Für Landwirtschaftskammer und Land&Forst Betriebe ist deshalb klar: Weitere Renaturierungsmaßnahmen dürften nur freiwillig erfolgen und müssten finanziell entsprechend abgegolten werden.

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