Steirischer Dach-Experte schlittert nach 22 Jahren in die Insolvenz
Über das Vermögen der "ALL Dachprofile GmbH" mit Sitz in Graz wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt, wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) berichtet.
Von der Insolvenz sind 16 Dienstnehmer – davon vier Lehrlinge – und 160 Gläubiger betroffen. Die Verbindlichkeiten belaufen sich laut AKV auf rund 919.000 Euro. Den Verbindlichkeiten stehen Forderungen, Bankguthaben sowie sonstige Vermögenswerte gegenüber. Das Unternehmen beschäftigt sich mit dem Spengler- und Schwarzdeckergewerbe und bezeichnet sich selbst als „Experte für Flachdach, Fassadenbau und Abdichtung seit 2004“. Die Antragstellerin geht dabei auf ein im Jahr 2004 gegründetes Einzelunternehmen zurück, das im Jahr 2012 in die heutige Gesellschaft eingebracht wurde. In den Folgejahren erfuhr das Unternehmen seine Blütezeit, der Kundenkreis konnte laut AKV deutlich erweitert werden, die Umsätze lagen bei „bis zu rund acht Millionen Euro jährlich“.
Die Gründe der Insolvenz der ALL Dachprofile GmbH
Als Grund für das Abgleiten in die Insolvenz führt die Antragstellerin eine unzureichende Betriebsmittelfinanzierung an. Nach den Angaben im Insolvenzantrag ist es laut AKV zu „erheblichen Verzögerungen und Ausfällen bei der Auftragsvergabe“ gekommen. Dabei wird insbesondere der steirische Markt erwähnt, wodurch der operative Baustellenbetrieb in den ersten Monaten des Jahres 2026 weitgehend zum Erliegen gekommen sei. Gleichzeitig sind die aufgebauten Verwaltungs-, Technik- und Personalkosten aber freilich weitergelaufen. Zudem sind auch Probleme im Zuge der Ausweitung der Geschäftstätigkeit auf Baustellen in Wien und Salzburg aufgetreten. Wesentliche Aufträge haben schließlich nicht mehr vertragsgemäß abgewickelt werden können, wodurch es zur Zahlungsunfähigkeit gekommen ist.
So geht es jetzt weiter
Das Unternehmen möchte man jedenfalls weiterführen und mittels Sanierungsplan sanieren. Angeboten wird eine Quote von 20 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans. Die Erfüllung soll aus der Einbringung offener Forderungen sowie aus dem Unternehmensfortbetrieb gelingen.